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Ben Chananja · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 227 (sequence 35)
Language
German
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— 227 — Waitzen, April. Seit der im verflossenen Februar erfolgten Erhebung unserer Gemeindeschule znr öffentlichen Hauptschule nimmt die Theilnahme für dieselbe von Tag zu Tag zu. Gewiß wird unsere Schule in der nächsten Zufünft zu den trefflichsten jüd. Lehranstalten unseres Landes gehören. K. Raab, April. Die zn Anfänge l. I. stattgefundene Wahl des Hrn. I. L. Friedrich zum ersten und des Hrn. M. Fleischmann zum zweiten Gemeindevorsteher berechtigt zu der Erwartung, daß mancher fromme Wunsch in Betreff unseres Gemeindewesens nunmehr in Erfüllung gehen werde. Durch den im verg. März abgehaltenen Wohlthätigkeitsball wurde der Spitalfond um 500 fl. vermehrt. X S. F. Debreezin, im März. Wird auch in der Umgebung unserer jungen, 140 Mitglieder zählenden Gemeinde mehr oder minder dem obskuren Chaßidismus gehuldiget, welcher leider auch hierorts einigermaßen Spuren seiner Eristenz zurückläßt, so kann doch der hervorragend gesundere Sinn der hiesigen Gemeindemitglieder und das heilbringende Wirken des intelligenten Vorstandes für die Zukunft Beruhigung gewähren, ja zu der gerechten Hoffnung berechtigen, daß eben diese Gemeinde vermöge ihrer geografischen Lage dazu geeignet und berufen sein dürfte, als Bollwerk der Zivilisation gegen diesen, seit einiger Zeit wieder spuckenden Krebsschaden unserer Religion zu dienen, und als Träger der Fortschrittsideen Licht und Wahrheit zu verbreiten. Daß die Anforderungen der Jeztzeit hier gewürdigt werden und ein Vörwärts-Streben wenigstens nicht zu verkennen sei, dafür bürgt die bereits im I. 1855 getroffene Rabbinerswahl und die Errichtung der öffentlichen Schule. — In dem Rabbiner Herrn E. Ehrlich besitzen wir einen Mann, der das Alte mit der zeitgemäßen Richtung glücklich zu verbinden verstehet, und dessen öftere gediegene Kanzelvorträge auf Herz und Geist belebend und belehrend wirken; auch hat derselbe um die Leitung der Schule sich bereits mannigfacher Weise verdient gemacht. — Die Schule, für jezt eine zweiklasstge, ist derart fundirt, daß sie sukzessive zu einer vierklasflgen Hauptschule herangebildet werde. Für das Gedeihen und den ersprießlichen Fortgang derselben interessirt sich lebhaft eine aus durchwegs gebildeten Männern bestehende Schulkommission. Auch Seitens des Vorstandes und der Gemeinde findet ein förmlicher Wetteifer statt; daß die Lehrer bei diesem gemeinschaftlichen Streben nicht zurück bleiben, sondern das in sie gesezte Zutrauen möglichst zu rechtfertigen sich bemühen: dies läßt sich von jüdischen, ihrem Berufe treu ergebenen Lehrern wol nicht anders erwarten. Papa, März 1859. Die besondere Theilnahme, welche diese Monatschrift den Volksschulen unseres Vaterlandes tpjdmet, beweiset, wie sehr sie die wahren Interessen der Gemeinden erkennet, und weiß, daß die Blüthe unserer Zukunft aus den Knospen sich entfalten werde, die wir an unfern Schulpflanzen hegen und pflegen, und eben so sorgfältig vor dem verdorrenden Brand der Sonne im Sommer, als vor den erstarrenden Frost des Winters 15*

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