Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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226 — sehnliche, einer Dachkammer ähnlichen Wohnung, verwiesen worden war, bereiteten dessen Freunde und Verehrer dem neuen Rabbiner einen feierlichen, glänzenden und freundlichen Empfang, lassen ihm alte gebührende Ehre und Achtung zu Theil werden, räumten ihm ein stattliches, aus mehreren Zimmern bestehendes, elegant und mit allem Comfort eingerichtetes Logement ein, und bieten .alle Kräfte auf, ihren nunmehrigen Rabbiner in jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Einige der erbittersten Feinde des Hrn. Dr. Z., die doch dei dieser Wahl allenfalls zufrieden gestellt sein sollten, find dem neuen Rabbiner schon von vorn herein blos deshalb abhold, weil die andere Partei nicht gehässig gegen denselben auftritt, sich nicht ungünstig über ihn äußert, der Hoffnung auf eine bessere Zukunft Raum giebt, und somit den Störefrieden jede Gelegenheit benimmt, die guten alten Zeiten zurückzubringen. Die Motive, die solche Leute bei der ungerechten Verfolgung des Dr. Z. leiteten, find nun leicht begreistich, und ist daher genug Grund, zu fürchten, daß sie fich eben so schnell und leicht, als sie sich zu Orthodoren methamorphosrrten, nun wieder zu Neologen qualifiziren würden, um gegen den jetzigen Rabbiner Partei zu nehmen. Möge abet der Altgütige die schützenden' Fittige der Versöhnung und des Friedens über diese Gemeinde breiten, aus daß sie unter denselben zu einem kräftigen und segensreichen Baume gedeihe, ״der seine Frucht giebt zur rechten Zeit, und dessen Laub nicht welket", und möge er dem Hrn. Rabbiner Kraft und Ausdauer verleihen, um ein wahrer Friedensbote seiner Gemeinde zu sein und diese ihrer heiligen Bestimmung entgegen zu führen! Schließlich sei hier noch erwähnt, daß das, wie man mir sagt, außerordentlich gut getroffene Bildniß des Dr. Zipfer (ich habe nicht das Glück, diesen hochgeachteten Mann persönlich zu kennen), in jedem Hause seiner Verehrer in reichem Goldrahmen als Zierde prangt, und wahrlich, ich wurde tief gerührt über die Art und Weise wie mir dasselbe in den vornehmsten Häusern gezeigt wurde. Wol räumten ihm seine Feinde eine schlechte zeitliche Wohnung ein, dafür haben ihm aber seine Freunde und Verehrer eine schöne und bleibende Wohnung in ihrem Herzen gegründet. Ignaz Gol-stein. Gr.-Kanischa, im April. Unser gelehrter und verehrter Hr. Oberr. H. B. Fasset hat von Kaiser Alexander II. die große goldene Gelehrten - Medaille erhalten. Er brachte diese erfreuliche Nachricht am 26. v. M. durch eine in der Synagoge gehaltene Ansprache zur Kenntniß der Gemeinde, welche sich der ihrem hervorragenden Seelenhirten gewordenen Auszeichnungen —׳ derselbe erhielt 1855 die k. k. österr. Medaille für Kunst und Wissenschaft, und 1856 die k. sächs. Med. mit der Umschrift: VirtutL 6t ingenio — aus ganzem Herzen freut. Die Ansprache ist im Drucke erschienen, und wird sicherlich in weiten Kreisen mit Beifall ausgenommen werden. (Der wackere Red. der ״W. M.", Hr. Dr. M. Letteris, zitirt Nro. 15 s. Bl. einen Passus aus dieser Ansprache in der Voraussetzung, derselbe sei dem Thalmud entnommen. Dies ist jedoch ein Jrrthum. Das vermeintliche Zusammentreffen Schillert mit dem Thalmud ist also nicht vorhanden. Ued.).