Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 225 — neueren Sprachen und des Fortschrittes), Dr. Hasenfeld (ebenfalls prakt. Arzt, warmer Freund der Orthodoxie), Leo Rafael Landau (Verf. eines moralphilosophischen Werkes, Fortschrittsmann). Auch wollen die Herren Konkurrenten nicht unterlassen, sich mit unserem Gemeindesekretär, Hrn. Ignatz Barnay, in ein gutes Einvernehmen zu setzen. Hr. I. S. Putsch in läßt für unsere neue Synagoge auf eine eben so sinnreiche als kostspielige Weise eine Schulchan anfertigen, welche zugleich als Kanzel benüzt werden wird. AuS dem Weißen-rregee Komitate. Hr. Rabb. Gugenheim hielt den 10. März in Begleitung des Vorstandes und vieler Gemeindemitglieder, die ihm nach Nyäk entgegenfuhren, seinen Einzug in Stuhlweißenburg, wo er, umgeben von einer neugierigen Menge, sogleich seine elegant eingerichtete Wohnung bezog. Am darauf folgenden Samstage hielt er seine Antrittsrede vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft. Es war gerade vor dem Markte und daher das Gotteshaus auch von vielen anwesenden Fremden, worunter auch Schreiber dieses, besucht. Obschon der Inhalt dieser Rede eine votlstän« dige Auseinandersetzung seines religiösen Prinzipes und des sich vorgesteckten Zieles war, so dürfte es meines Erachtens dennoch etwas verfrüht sein, Wollte man, hierauf gestüzt, ein den Redner vollständig charakterifirendes Urtheil als maßgebend hinstelten. Soviel läßt sich jedoch allenfalls bemerken, daß Hr. G. eine sehr kräftige, ansdrncksvolle Sprache hat, die auf die Zuhörer einen nachhaltig günstigen Eindruck machen würde, wenn er sich nicht von einem zu großen Eifer für seine theologische Richtung Hinreißen ließe. Anstatt die Zuhörer durch einen sanften, gemüthlichen Vortrag zu feffeln, wie dies in Weißenburg während einer langen Reihe von Jahren der Fall war, läßt er dieselben ganz unbefriedigt durch sein ununterbrochenes, fast athemloses Losstürmen gegen die sogenannten ״Neuerer", als Volksfnhrer, die an dem heiligen Religionsgebände rüttelnd, dasselbe nach und nach zu zerstören suchen. Wünschenswerther wäre es, wenn der Hr. Rabbiner von der Kanzel herab mit der Kraft seines Wortes die Mitglieder seiner neuen Gemeinde zur brüderlichen Eintracht unter sich und zu gegenseitiger Duldsamkeit unabläsfig aufmuntern und ermahnen würde, wodurch nicht nur unserer heiligen Religion ein wesentlicher Dienst geleistet, sondern auch zur Förderung des Gemyinwohtes und des Gemeingeistes ein vom besten Erfolge gekröntes Resultat sicher erzielt würde. Hoffen wir, daß Hr. Dr. G., seine hohe und heilige Aufgabe auffaffend, dies kein bloßes pium desiderium werde bleiben lassen. Sttthlweißenbuvg, im April. Der edle Charakter der dem Hrn. Dr. Zipser freundlichen Partei, welcher sich schon in den bedauerlichen Vorfällen, die hier volle 3 Jahre herrschten, hinlänglich konstatirte, zeigt sich jezt neuerdings in seinem schönsten Glanze. Während Di׳. Zipser von der ihn! feindlichen Partei, die sich wol die orthodoxe nennt, sonderbarer Weise aber weniger streng fromme Anhänger als die andere zählt, den gemeinsten Insulten ausgesezt und nach und nach aller Bequemlichkeit beraubt und in eine nnan- Bon-Cbananja 1859. Y. 15