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Ben Chananja · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 224 (sequence 32)
Language
German
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— 224 deutliche und fließende Redeweise und der oratorische Bortrag. Was wir leider vermißten, war: die scharfe unwiderstehliche und keinen Widerspruch duldende Logik, der Gedankenreichthum und die Ueberzeuguugskrast. Ueberhaupt scheint die Absicht des Hrn. Redners mehr die gewesen zu sein, Effekt zu machen. Wir möchten sagen, er wollte Bresche schießen. Wenn dies der Fall, so hat er seinen Zweck vollkommen erreicht. Was seine sonstigen Eigenschaften betrifft, so ist Hr. Dr. Schmiedl 36 Jahre alt, von kleiner Gestalt, und besizt ein Organ, daß keineswegs den großen neuen Tempel anszufüllen im Stande ist. Ob seine theologischen Kenntniffe ihn befähigen, den Platz, ans den er reflektirt, anszufüllen, darüber können und wollen wir um so weniger eine Meinung abgeben, als wir hoffentlich noch andere Kandidaten hören und sehen werden. Wir können uns deshalb auch nicht der Meinung des Referenten der ״Wiener Mittheilungen", —m —, anschließen, der da meint, ״daß Hr. Di׳. Schmiedl, der hier der erste der zur Probe bestimmten Kandidaten war, gewiß auch der Lezte sein wird, da es", wie er meldet, ״nur eitle Complaisance wäre, noch Jemanden einzuladen, da die Betreffenden sich vergeblich bemühen würden, mit einem so hoch begabten Kauzelredner, wie Hr. S., in Konkurrenz treten zu wollen". Unbegreiflich ist uns auch der Schlußsatz: ״doch wir wollen nicht aus der Schule schwatzen". Will Hr. —ra— damit andeuten, daß es vergebliche Mühe wäre, mit Hrn. S. in Konkurrenz zu treten, da es fester Beschluß der hiesigen Gemeinde ist, Hrn. S. als Rabbiner anzustellen, und will er dadurch die andern Kandidaten abschrecken, damit Hr. S. als einziger Kandidat das Feld um. so leichter behaupten könne? — Wir antworten hierauf, daß Hr. S. gefallen, ja sehr gefallen habe, aber deshalb noch nicht Pester Rabbiner sei, und daß die Pester Gemeindevertretung erst hören und sehen will, um dann zu beschließen, was gut oder besser ist. Auch soll bereits an Hrn. Di׳. Meißl, Rabbiner in Stettin, abermals eine Einladung ergangen sein, hier Probepredigten zu halten. Ob er darauf eingeheu wird, möchten wir bezweifeln. .. . u . .. P. Pest, im April. Unsere Rabbinerfrage ist bei weitem noch nicht erledigt. Es dürste daher denjenigen Theologen, die in unserer Gemeinde Ankttüpfttngspllttkte suchen, willkommen sein, die Namen der Vorsteher und Beiräthe zu erfahren. Den Vorstand bilden die Herren: Dav. Fleischel, S. W. Schoßberger, Gerson Spitzer, Sal. Herz, David Gans, Leopold A. Schulhof, Leop. Pontzen, Moritz Munk, Karl Neuß, Phil. Baumgarten, KaxL Neuschloß und Heinr. Kohner. Beiräthe sind die Herren: M. A. Weiß, Mos. Oestreicher, Dav. Oestreicher, Jak. Kern, Sim. Eigner, Phil. Gomperz, Elias Abeles, M. W. Wahrmann, Jgn. Stern, Sigmund Goldberger, Karl Ullmann und Gabriet Deutsch. Ferner ist eine Kommission ad hoc niedergesezt, welche außer unfern Rabbinats-Affefforen und Predigern noch einige gebildete Nichttheologen zu ihren Mitgliedern zählt. Als einflußreich in der Kommissioll kann ich den Bewerbern bezeichnen: De. Hauser (prall. Arzt, Freund der Mathematik, der

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