Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 209 unmenschlich zu behandeln, man erdachte Arbeiten, die sie ansreiben sollten. Sie mußten den Fluß (Nil) in viele Kanäle leiten, Schanzen nm die Städte bauen und Dämine anfführen, welche vor Ueberschwemmung sie schüzten. Man verwendete unsere Stammverwandten zum Ban der Pyramiden; sie mußten verschiedene Handwerke lernen, und an schwere Arbeiten sich gewöhnen. Diese Mühseligkeiten ertrugen sie durch 400 Jahre, und so gedachten die Egypter, sie zu Grunde zu richten. Die Israeliten aber vollführten, was ihnen auferlegt wurde. 2. Unter so drückenden Lasten dachten die Egypter noch auf ein Mittel, unser Geschlecht auszurotten, nämlich: Einer der schriftkundigen Priester (welche die Zukunft zu errathen sollen verstanden haben), theilte dem Könige mit, es werde ungefähr um diese Zeit ein jüdischer Knabe geboren werden, der, wenn er erwachsen, die Herrschaft der Egypter sehr beschränken, jene der Israeliten aber ungemein erhöhen werde; dessen Tugend wird glänzend und sein Name zu allen Zeiten unsterblich sein. Der durch diese Mittheilung erschreckte König befahl, daß von nun au jeder neugeborne israelitische Knabe im Flusse ersäuft werden soll. Den egyptischen Hebammen wurde aufgetragen, bei der Entbindung der jüdischen Weiber gegenwärtig zu sein und zu untersuchen, wovon sie entbunden werden. Die Jüdinnen dursten sich nur von egyptischen Hebammen beistehen lassen, weil man erwartete, Leztere werden den Befehlen des Königs sicher gehorchen. Dieser Verordnung Zuwiderhandelnde, oder die es wagen würden, ihre Frucht zu verstecken, sollten sammt ihren Familien mit dem Tod« bestraft werden. Wie konnten die unglücklichen Israeliten diese schrecklichen Leiden ertragen? Sie wurden gezwungen, die Mörder ihrer eigenen Kinder zu werden. Mit Entsetzen sahen sie in die Zukunft! Mußte nicht der Beraubung der Kinder die Auflösung des ganzen Geschlechtes unausbleiblich folgen? So schauderhaft war ihre Lage. — Wer aber vermag dem Beschlüsse Gottes entgegen zu treten? mit tausend Künsten wird der Mensch ihn nicht vereiteln. Der Knabe, welchen der Schristgelehrte ankündigte, wurde trotz aller königlichen Speher heimlich erzogen, und was er von ihm profezeihet hatte, ist in Erfüllung gegangen. (Fortsetzung folgt) 14 Uuu-Gliaiiaiija MS. V.