Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tokaj 1× ep/1045849
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— 201 — Nachdrucke die Eintracht und den Frieden. ״Ist eS ja traurig genug", sagt er, ״daß das Haus Israels in unserer Zeit in drei Parteien zerfällt: in חדשים (Neuerer, progressiv Gesinnte), קדושים (Heilige, Chaßidäer), פרושים (rabbanitisch Orthodoxe)!" Also schrieb R. Moses am 11. Mai 1833. Die neuorthodore Romantik war damals selbst in Deutschland erst im Entstehen, und konnte daher von R. MoseS nicht berücksichtiget werden. Seit dem Jahre 1833 hat sich nicht nur die Zahl der חדשים, sondern auch die der קדושים bedeutend vermehrt. Die Chaßidäer bilden größere und kleinere Gemeinden in Munkäts, Nagy-Källü, Tokaj, Ujfejürtü, Dorogh, Nä-nLs, Tißa-Lök, Gyüre, Asvär, Buly, Kereßtur, Gäva, und an verschiedenen PuNkten der Marmaros. Die Schilderung ihres Thuns und Treibens muß den Freund der Lehre und Ehre Israels tief betrüben und Niederschlagen. Zwar ist die Bildungsstufe des größern Theils ihrer nichtchaßidäischen Umgebung nicht viel höher als die ihrige. Aber hier sind doch Elemente des UebergangeS zu einem bessern Zustande vorhanden, die man unter den Chaßidäern vergeblich sucht. Denn daß ein Kind chaßidäischer Eltern zur Erlernung eines Handwerkes angehalten wird, kommt höchst selten vor. In einem Gymnasium oder sonst einer höhern Lehranstalt hat man noch niemals ein chaßidäisches Kind gesehen. Am tiefsten steht in kultureller Beziehung der chaßidäische Kdcsaläbnjik 15) oder Entenfüßler. Er ist der Klaqueur des Zaddik, der Schmarotzer seines Hauses, der Verkünder seiner Wunderthaten, der Cicerone seiner Gäste und Klienten. Jeder nur einiger Maßen bedeutende Zaddik ist von einer Schaar Läosaläbnjikeit umgeben. Ein Theil derselben begleitet ihn sogar auf seinen Reisen. Die bessern Chaßidäer sehen mit vornehmer Verachtung auf ihre käosaiäbnjikischen Genossen herab. Zum Zaddik blicken aber auch sie mit tiefer Ehrerbietung empor. Manche machen demselben allsabbathlich, manche allmonatlich ihre Aufwartung. An den drei Festen sind alle Chaßidäer beflissen, das Angesicht Käcsa, ung. Ente; Ms--- Fuß. Die Temination ist slavisch.