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Ben Chananja · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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202 — des Zaddik zu schauen 16). I» Stiefeln darf kein Chaßid vor seinein Rabbi erscheinen; nur wer Pantoffel trägt, ist courfähig. Halstücher und Kravaten sind bei den Chaßidäern eben so verpönt, wie bei der einstmaligen deutschen Burschenschaft. Mit leeren Händen erscheint beim Rabbi nur der LäosÄläbnM. Jeder andere Besucher bringt seine Gabe mit. Wer ein Anliegen hat — und dies ist bei den meisten Pilgern der Fall — muß dasselbe dem Zaddik schriftlich unterbreiten. Die Gesuchszettelchen, die zuweilen demselben persönlich eingehändiget, in der Regel aber feinem Fa« mulus übergeben werden, nennen die Chaßidäer ״Quittel". Der Zaddik entläßt die Bittsteller mit seinem Segen und der Verheißung: ״Der Oberster (d. h. der allmächtige Gott) wird schon Helfen!" Hilfesuchende Kranke erhalten manchmal den rationellen Rath, sich an einen Arzt,zu wenden. Nur pflegt der Zaddik eine Klausel hinzuzufügen. Entweder er spricht: ״Vom ersten Arzte, der dir begegnet, laß dir eine Arznei verordnen, und der Oberster wird deine Gesundheit wieder Herstellen". Oder: ״Mache deine Rückreise über die Stadt N., und suche daselbst den Arzt auf, den man dir zuerst nennt". Vermittelst der ״Quittel" wird nicht nur die Intervention lebender, sondern auch die mancher verstorbenen Zaddikim in Anspruch genommen. In Ungarn wird diese Ehre R. Moses Dattelbaum und R. Me'tr Etsenstadt in Unghvär zu Theil. Auf ihren Gräbern sind Häuschen erbaut. In denselben ist ein Behältniß angebracht, welches die Bittgesuche aufnimmt. Besucht wird übrigens auch das Grab anderer Zaddikim. Das Andenken R. Hirsch Melech's (in Mnnkäts, gest. 1843) wird besonders gefeiert. Unter den gegenwärtigen chaßidäischen Rabbinen erfreuen sich R. Hirsch in Liska 17) und R. Anschel in Csenger 8נ) 1e) Sie neiimil sich bei dieser Gelegenheit: עולים לרגל• Die ursprüngliche Bedeutung dieses Ausdruckes ist bekannt. Doch kommt auch die chaßidäische Anffaffung schon im Thalmud vor. Kidusch. 59, a: עד שיעלה אצלנו לרגל• Vergl. Raschi das. ") S. 2. Heft S. 90. ") Ein Marktflecken im Szathmärer Komitate mit 2600 Einwohnern. Die jüd. Gemeinde zählt 000 Seelen.

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