Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 198 — Unhaltbar wurde R. Nathan's Stellung vollends durch die kabbalistische Strenge, womit er die angeblichen Scharten (פגימות) an den Schlachtmessern benrtheilte. Seine Gemeinde litt dadurch oft den peinlichsten Fleischmangel. Endlich kam es dahin, daß der Pächter der Verzehrungssteuer, der ungeheure Verluste erleiden mußte, den Rabbiner bei der Landesstelle anklagte. R. Nathan wich der Untersuchung aus. Er verließ Boskowitz, und fand einen Zufluchtsort bei dem frommen und reichen Perez Berisch in LettowitzVon hier ging er über Wien und Prag nach Frankfurt zurück. In Boskowitz hinterließ er nicht nur den Ruf eines sehr gelehrten Thalmudisten, sondern auch den eines kabbalistischen Wunderthäters. Noch im 3. Jahrzehent unseres Jahrhunderts zeigt man daselbst einige Irrsinnige, welche, wie es allgemein hieß, die Opfer eines Fluches waren, den R. Nathan Adler über ihren Vater ausgesprochen hattet! R. Moses Sofer beschränkt sich nicht darauf, seinen Glauben an die Wirksamkeit der kabbalistischen Magie durch die Be-' rufung auf die Wunderthaten seines Lehrers zu rechtfertigen. Auch thalmndische Stellen zieht er heran s), um jenem Glauben eine solide Grundlage zu geben. Bei der Feigheit, mit welcher die Neuorthodorie einen bedeutenden Theil des Thalmud entweder ganz preisgiebt, oder durch willkürliche Allegorisirung seines objektiven Inhaltes beraubt, ist es wohlthuend, in R. Moses Sofer einen echten und rechten Thalmudisten verehren zu können, der es mit den haggadischen Vorstellungen ernstlich nimmt, und dieselben nach 6) Dem Urgroßvater des Red. d. Bl. ') In Ungarn wurde das Fluchargument noch im Jahre 18S8 gegen die Freunde des Chorgesanges in der Synagoge augewendet. 8) Die das. angcdeuteten Stellen sind! Sanh. 68, d. Jebani. 49, b. (Hier hätte hinzugefügt werden sollen: Sanh. 191, a). Sulla 53, b. (Ungenau ist die Angabe, daß Ahithofel den ״Namen" verzeichnet haben. Nicht auf Ahithofel, sondern aus David wird die Wundcrthat zurüokgesührt. Ahith. soll sich nur für die Zulässigkeit derselben entschieden haben). Midr. r. 2 M. Kap. 4. (Hinzuzufügen wäre Berach 55, a). Die Erklärung, welche der Stelle B. Bathra 14, a gegeben wird, beweist, daß N. Moses selbst sehr junge kabbalistische Spielereien in den Thalmnd hineintrug. Eine Deduktion wie: השם היוצא מר״ת ' * findet sich im Thalmud nicht.