Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 193 — Zur «gWWe der Juden in Angarn. 11. .׳ Vergangenheit und Gegenwart der Chaßi-iier. ׳ (Fortsetzung und Schluß)"). R. Moses Sofer, geb. 1761, hat sich dem korporativen Chaßidäerthume niemals angeschlossen. Einzelne Ausschreitungen desselben zogen sich sogar seine offene Mißbilligung zu. Gleichwol muß man ihn als treuen Nachfolger ׳der mittelalterlichen deutschen und französischen Chaßtdäer betrachten. Ort und Zeit seiner Gesburt, seine Lehrer und seine Umgebung, seine Erlebnisse und seine Erfahrungen — alles trug dazu bei, eine Vorliebe für chaßidäische Anschauungen und Tendenzen in ihm zu wecken und zu befestigen. , R. Moses legte einen nicht geringen Werth darauf, sich einen Frankfurter nennen zu dürfen. Niemals unterließ er, zu feiner Unterschrift ״Moses Sofer" die Worte hinzuzufügen: ״aus Frankfurt am Main". Die religiösen Angelegenheiten der frommen Frankfurter Judengemeinde haben sich aber im Laufe des vorigen Jahrhunderts auf eine, der chaßidäischen Richtung so günstige Weise entwickelt, daß es nicht auffallen kann, begabtere Söhne derselben in den Armen des Chaßidäerthumes zu erblicken. Die Frankfurter hatten den einen Sohn der Kabbala, den Sabbathäismus, schouungslos verfolgt; dafür gelang es dem jünger« Bruder, dem Chaßidäismus, sich in der Person eines seiner vorzüglichsten Repräsentanten an die Spitze der religiösen Angelege«- heiten der alten, ehrwürdigen Frankfurter Kehilla zu stellen. Ursprünglich waren zwar auch die Bewohner des Frankfurter Ghetto vom sabbathäischen Schwindel ergriffen worden. Die Enttäuschung trat jedoch bald ein. Schon im Jahre 1714 wurde in *) S. 4. Heft Seite 145 ff. Bou-Chanauja 1859. Y. 13