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Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 187 (sequence 43)
Language
German
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187 — Hochmuth (tix einem Lehrer der Religion nicht verabscheuen? Aber nicht kiese schädlichen Auswüchse der menschlichen Seele find es, welche man vom Rabbiner fern wissen will, sondern der edle Stolz, der im Bewußtsein seiner höhern Berufung gegen alles Kleinliche und Gemeine sich mächtig sträubt, und jede demüthigende und erniedrigende Begegnung und Zumuthung mit gebührender Entrüstung zurückweist — der ist's, welcher am Rabbiner so sehr perhorreszirt wird. Er sott in sich den משועבד, in den Gemeindegliedern die ^בעל oder Brodherren, und in seiner Stellung die Abhängigkeit nie vergessen; er soll das ,ע^ דאד, das jedes seiner Schritte und Tritte überwachende Auge, und das אזן שומעת, das jedes seiner Worte belauschende Ohr stets vor Augen habey, um seinen etwa erwachenden Selbstständigkeitsgelüsten einen gehörigen Dämpfer aufzusetzen. 3. Wir haben nun noch die Frage zu beantworten: Was soll der Rabbiner LHun? Diese Frage wird von den verschiedenen Gesellschaftskreisen- Bitdungsstusen, Vermögensklassen, Denk- und Gestnnungsweisen verschieden beaNtwortet. Die Kaufleute und Handwerker z. B. beanspruchen ihn als ihren Kunden, d. h. Jeder will ihn als seinen ausschließlichen Kunden; die Reichen, d.h. Jeder ausschließlich für sich, betrachten ihtt als ihren Schleppträger, die!בני תוח־־ dto. dto. als den Herold ihrer Gelehrsamkeit; er sott vorwärts gehen mit den Jungen, rückwärts mit den Alten, . eifern mit den Zeloten, die Augen verdrehen mit den Pietisten, die Achsel zucken mit den Jndifferenren. die Religion abschaffen für die Destruktiven, die Mißbräuche Vertheidigen für die Konservativen; welch eine unversiegbare Quelle von Kollistonsfällen und Gahrungsprozeffen!-Mau sagt: der Rabbiner soll die In- Lereffen der Gemeinde vertreten. Versteht man aber darunter das unter allen Umständen sich gleichbleibende und nimmer sich selbst widersprechende Gesammtintereffe? Mit Nichten; das Gesammtintereffe wird gewöhnlich mit den ewig sich kreuzenden und iws Unendliche divergirenden individuellen Jneteffen identifizirt. Die zu dieser Identifikation führende Argumentation scheint auch ganz logisch: da nämlich die Gesammtheit — der Summe aller Individuen , wie das Ganze ----der Summe aller seiner Theile, daher auch das Gesammtintereffe der Summe aller individuellen Interessen. Welch ein Heer nie zu befriedigender Ansprüche müssen da dem Rabbiner als Pflichtverletzungen feindlich entgegentreten! Man sagt ferner: der Rabbiner soll wirken, Pflanzen, bauen, schafsen — wie aber wirken ohne Wirkungskreis, wie Pflanzen ohne Boden, wie bauen ohne Material, wie schaffen ohne Mittel? wird nicht in Betracht gezogen. Und wenn Einer trotzdem mit übermäßiger Anstrengung und Selbstaufopferung wirkt und Pflanzt und baut und schafft, da heißt es gleich: רזאהד בא לגורוישפט שפוט* die Anmaßung, wie er eigenmächtig Neuerungen einführt! מי שמך לאייש. Und wer wiederum den Muth und die Kraft nicht hat, gegen den Strom zü schwimmen, und daher dem Widerstande

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