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Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 177 (sequence 33)
Language
German
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I — 177 — 2. DaS Femgericht in Westphalen durfte keinen Juden zitiren. Der Freigraf Steven Symen zu Freienhagen hatte 1526 einen Ladung-- brief zum Femgericht Westphalens an einen Israeliten, der große Meier genannt, erlassen, den man zu Wynecken an der Pforte gefunden hatte. Da derselbe ein Unterthan des Grafen von Hanau war, so nahm dieser die Sache auf, und schrieb jenem Freigrafen etwas derb, indem er ihm namentlich erklärte, daß, da kein Jude an die freien westphälischen Gerichte zitirt werden solle,n die Zitation für unächt und für eine falsche Büberei halten müßte. ... 3. . Prächtiger Aufzug der Juden in Ofen. Im Jahre 1476 führte der König von Ungarn, Mathias Corvin, seine neue Gemahlin Beatrir feierlich in die Residenzstadt Ofen ein. Bei dieser Gelegenheit find die Israeliten mit großer Pracht dem Könige und der Königin entgegen gegangen. Zuerst erschien der Vorsteher, ein sehr vornehmer und ehrwürdiger Greis. Er ritt zu Pferde und trug in der Rechten ein silbernes Schwert, an welchem ein zierliches Körbchen hieng, voll Silber und Gold. An seiner Seite saß, ebenfalls zu Pferde, sein Sohn, mit stlbernem Schwert und silbernem Körbchen. Diesen Herren folgten vierundzwanzig Reiter, alle mit Schwertern und Körbchen von Silber. Darauf ritten vierundzwanzig andere Reiter, alle in Purpur gekleidet und mit Straußfedern auf dem Hute. Dann kamen etwa zweihundert Personen zu Fuß, an deren Spitze ein Fahnenträger mit einer prachtvollen Fahne. Diese rothe Fahne war zierlich gemalt mit dem Gemeinde-Wappen: Einer Nachteule Fuß mit fünf Klauen, gekrönt mit einem goldenen Spitzhut, genannt Judenhut. Unten an dem Eulenfuße glänzten zwei goldene Sterne. Alle Personen hatten einen weißen Tales auf dem Haupte. Der König und die Königin wurden an einen Triumphbogen geführt, unter welchem der Rabbiner, blau gekleidet stand, mit den zehn Geboten in der Hand, und umgeben von den Ältesten der Gemeinde. Bei Näherung der gekrönten Häupter präsentirte der Geistliche unter frohem Gesang die heiligen Gebote. 4. Bitte verbrannt zu werden. Nach der Verfolgung der Juden in der Schweiz, kam ein junger Mann zum Bürgermeister von Constanz und fiel vor ihm auf die Knie, daß man.ihn solle verbrennen lassen, weil er flch an Gott den Allmächtigen versündigt, indem er seine väterliche Religion verlassen, und die Taufe angenommen hätte. Als der Unglückliche von seiner Bitte nicht ablaffen wollte, ward er den 20. Sept. 1399 öffentlich verbrannt. me. IT. 12

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