Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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— 176 — מרדכי מדש). Es scheint also, daß der Einfluß dieser lezteren im Rabbinate sich Geltung verschaffte. Betrachten wir aber dieses im Zusammenhang mit der Geschichte der Zeit, so erscheint dies ganz natürlich. Im Jahre 1717 — תעז war es, wo der tapfere Prinz Engen Belgrad für Oesterreich eroberte und diese Stadt zur Vormauer des deutschen Reiches machte. Diese Stadt blieb jedoch in österreichischen Händen blos bis zum Jahre 1739 ----- תצם, wo sie abermals durch Friedensschluß in die Gewalt der Türken kam. Gerade in diesem Zwischenranme fungirte R. L. Jerusalmi als Rabbiner daselbst, seine oben erwähnten Anfragen tragen das Datum: תצל ,חצן, N2N. Es ist also ganz natürlich, daß unter österreichischer Herrschaft viele deutsche Juden, unter denen auch obige zwei Rabbinatsaffefforen, nach Belgrad auswanderteu, und da durch ihr Uebergewicht auch den deutschen Ritus einzuführen suchten. Es ist auch erklärlich, wie auf einmal auch deutsche Münzen in Belgrad Gang und Gebe waren (מחרם א״ש שאלה יק : אלס ר״ט) und wie ein türkischer Friedhof zu einer Synagoge verwandelt werden konnte. Nachbemerkung. ״Nach Sisthe Jeschenim hat im 16. Jahrhundert ein berühmter Massoret und Prediger in Belgrad gelebt: N. Mel'r Angita. Seine Werke: מסרת הכרית und מס׳ הבר* הגדול sind in Konstantinopel und Mantua gedruckt. Ein Blick in dieselben dürste über den Vers, und seine Gemeinde manche willkommene Auskunft geben". Gr.-Becskerek. Oppenheim. Wanderungen im Gebiete jüdischer Vorzeit. Von Di׳. Lariiioli) i» Frankfurt am Main. 1. Jüdischer Aufzug zu Prag unter Kaiser Karl V. Als Kaiser Karl V. seinen feierlichen Einzug zu Prag hielt, zogen ihm Bürger mit Weib und Kinder, gar wol geschmückt, entgegen, unter denen fich auch die Juden befanden. Es heißt von den Leztern wie folgt: '״ ׳Hierauf find an 300 Inden gekommen mit einem gar schönen Pannier und ihre heiligen Lade mit den zehn Geboten, oder der Thora. Voraus gingen die Rabbilten und was der Synagoge ungehörig; hernach die Aeftesten und Witwer, in schwarzen laugen Mänteln und schwarzen Kappen. Daun die Jünglinge und Knaben, in weißen Kitteln, mit Gold schön geschmückt, wie fie sie an ihren Festen tragen. Hierauf kamen die jungen Ehemänner, in ihren Tales eingehüllt, mit Freudenlieder, so bei dem Scheuorlare gesungen werden".