Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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— 166 — es unter ihnen zwar wenig eigentliche Großhändler, doch viele vermögliche Leute, die sich eines schönen Kredits erfreuen und auch anständig leben. Man steht hie und da auch einige unter den polnisch-deutschen Juden mit Medaillen vom russischen und prenßischeu Kabinette (unter den spagnolischen vom türkischen) geschmückt, In der neuesten Zeit haben Viele in Militärlieferungen bedeutende und lukrative Operationen gemacht. Bezüglich der Gewerbe, giebt es unter ihnen viele Kleidermacher, Schuhmacher (wenige), Tischler, Posamentirer, Klempner, Glaser (fast ausschließlich Juden). WaS die höher» wissenschaftlichen Berussarten betrifft, so giebt es in der Walachei jüdische Aerzte und Wundärzte, die, mehr oder weniger beschäftigt, sich eines großem oder geringem Wirkungskreiseö erfreuen. Als vor einigen Jahren ärztliche Staatsämter zu besetzen waren, ernannte die Regierung mehrere israelitische Aerzte (als den Hr. vr. Julius Barasch, Hr. vr. Steiner U. a. m. in Bukarest, Kraiowa u. s. w.) zu Quarantäne- und Distriktsärzten. Seitdem wurde das Prinzip der Austellungsfähigkeit israelitischer ärztlicher Kapazitäten zum Staatsdienste als unantastbar betrachtet. Mehrere jüdische Aerzte wurden als Distriktsphysiker angestellt (so lange überhaupt noch Stellen zu vergeben waren), und blieben es auch bis jezt. Die Advokatur ist durch unsere Glaubensgenossen nur noch wenig vertreten, und könnte, der eigenthümlichen Verhältniffe des Landes und der Gesetzgebung willen, auch nur von Einheimischen, die der Sprache vollkommen kundig sind, ansgeübt werden. Sonst giebt es keine Glaubensgenossen, die anderen literärischscientifischen Beschäftigungen sich widmeten (wenn nicht etwa Hr. vr. I. Barasch ausgenommen, der seit einigen Jahren als Professor der Naturgeschichte am Obergymuasium in Bukarest angestellt ist). Den sittlich religiösen Grad der polnisch-deutschen Kongregation könnte man als einen lauen bezeichnen. Dieses ist übrigens der herrschende Charakter sämmtlicher in der Walachei lebenden Volksstämme und Religionsparteien. Es ist hier nicht der Boden für höhere Temperaturgrade in der religiös-sittlichen Scala. Man ist in der Regel religiös und tugendhaft, befolgt auch wol zu Hause in der Regel die religiösen Speise- und Zeremonialgesetze,