Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 165 — ein wahrer Fortschritt für die walachischen Spagnolen nur dünn möglich und ausführbar sein wird, wenn sie sich erst der deutschen Kultur angeschlossen, und um dazu zu gelangen, manche Vorurtheilc und Antipathien gegen ihre polnisch-deutschen Brüder gänzlich ansgegeben haben werden. Außer Bukarest giebt's noch kleinere spagnokische Kottgregationen in Kraiowa, Ploeschti, Braila, Kalarasch und Giurgevo. — In Bukarest zählt die Gemeinde ungefähr 250 Familien, wovon 30—35 sehr reich (Banquiers, bedeutende Handelsleute), 80—90 bemittelt (kleine Kaufleute), und die übrigen sehr arm sind und vom Almosen der Ihrigen leben. — Oeffentliche Institute (Spitäler, Schule) besitzen sie keine. Seitdem jedoch die öffentlichen israelitischen Schulen für die dortige deutsch-israelitische Gemeinde eristiren, schicken sie ihre Kinder in diese Schulen. ES ist dieses vielleicht der erste Schritt zur Annäherung dieser disparate« Elemente. Die Zahl der polnisch-deutschen Juden, die in der Walachei lebt, ist circa 10,000 Familien. Außer Bukarest leben in den meisten Hauptstädten der 17 Distrikte des Landes wenige Juden, zum Theil in kleine Gemeinden konstituirt. Die Tracht derselben ist jezt zum größten Theil die europäische (französische), selbst die Alten tragen selten die vollständige polnisch-jüdische Tracht. ES ist daher die äußere Erscheinung der Juden in Bukarest bei weitem weniger auffallend und anstößig, als in Jasfi, selbst in den Straßen, wo die Juden sich freiwillig gruppirt haben (verbotene Straßen u. dgl. giebt es, Gott Lob, nicht in Bukarest). — Mit dieser bessern Tracht sind aber auch bessere Gesinnungen und neue Bildungs-Elemente einheimisch geworden. Unter den polüisch-deutschen Inden in der Walachei giebt es zwar noch sehr wenig Bildüng. Sie besitzen weder weltliche Kenntnisse, noch Kenntniß des Hebräischen, wie dies in Polen so häufig ist; dafür giebt eS aber auch keine Fanatiker, keine Chaßidim, die mit einer so hartnäckigen Energie gegen jede bessere Reform ankämpfen, und zwar nur, weil dieselbe eine vernünftige Reform ist. Die Beschäftigung des polnisch-deutschen Juden in der Walachet ist Handel und Gewerbe. WaS den Handel betrifft, so giebt