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Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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— 164 — ״Chuppah" wie bet den Deutschen und Polnischen. Hiermit ist der religiöse Akt zu Ende. Und nun fängt die häusliche Hochzeits-Zeremonie erst an und dauert'sieben Tage. Während dieser ganzen Zeit sitzen die Neuvermählten auf , einem reichen Thronhimmel (der der Gemeinde angehört und überall herumgeliehen wird), der nur Raum für zwei Personen hat; kein Anderer darf da einen Platz usurpiren. Volle sieben Tage empfangen die Neuvermählten, auf ihrem Hochzeitsthrvne sitzend Gratulations-Visiten von Bekannten und Freunden, die da kommen ״um die Chuppah zu ehren". — Doch auch damit ist's nicht ganz abgemacht, denn das ganze erste Jahr nach der Hochzeit heißt die junge Frau ״Kallah" (Braut), und alle Verwandte und Bekannte rechnen sich's zur Ehre dem jungen Paare einmal in der Woche ein Diner zu geben. So geht's bei Allen der Reihe nach herum, bis das Jahr vorüber ist. So anhaltend die Nachwirkungen freudiger Ereignisse sich gestalten, so auch bei traurigen Begebenheiten. Stirbt z. B. ein Spagnole, so versammeln sich fast alle ältere und alte Weiber aus der Kongregation im Hause der Leidtragenden. Der Todte wird da mitten im Zimmer auf eine Art von Bahre gelegt, die Weiber setzen sich in mehreren konzentrischen Kreise um ihn herum und stimmen im Chore Klagelieder an, ganz nach orientalisch-monotoner Weise, so daß der Fremde leibhaftig jene ״klagenden Frauen (Mekonenoth)" vor sich zu sehen glaubt, deren so oft die Profeten erwähnen. — Während der ersten sieben Trauertage wird der leidtragenden Familie von Bekannten und Verwandten die Kost in's Haus geschickt, jeden Tag von einer andern Familie. Die Familie, an der die Reihe ist, den Leidtragenden die Kost zu schicken, kommt selbst mit. Dann wird auf dem Fußboden ein Teppich ausgebreitet, darauf auf niedrigen Tischgestellen der Tisch gedeckt. Die ganze Versammlung lagert sich um den Tisch und speiset zusammen. Ist die leidtragende Familie angesehen und zahlreich, so nehmen derlei Trauermahle fast das Ansehen von Festmahlen an. Ueber Beschäftigung, Charakter und Haltung der Spagnolen, sowol den christlichen wie den andern jüdischen Einwohnern deS Landes gegenüber, habe ich oben bereits das Nöthige erwähnt, und so bleibt mir nur noch die Bemerkung zu machen übrig, daß

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