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Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 160 (sequence 16)
Language
German
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— 160 Der spagnolische Ritus ist der der ״Sefardim". Ihre Synagogen (und sie haben deren zwei, die größere wurde erst vor 7—8 Jahren eingewetht) sind schön gebaut, mit Steinen gepflastert, und haben mitten in der Decke eine Art von Kuppel. Die Sitze lausen ringsherum an den Wänden, so wie auch rings um den ״Almemer" (der in der Mitte der Synagoge unter der Lichtkuppel steht), wo gebetet, so wie aus der Thora gelesen wird. Schnörkeleieu, wie in mancher alten polnisch-deutschen Synagoge, findet man hier nicht. Die Gemeinde sizt andächtig auf den beiden konzentrischen Bänken (manche Alte mit unterschlagenen Beinen, die Pantoffeln vor sich stehen habend), hält ihr Gebetbuch in Händen und betet sehr leise, so daß nur die Stimme des Vorbeters laut gehört wird. Dieser betet in einem sonoren Tone, einer Art Recitativ, das mitunter mit mancher hübschen, ursprünglich spanischen Melodie gewürzt ist, aber auch von Zeit zu Zeit von einem eintönigen, türkischen Gesänge unterbrochen wird. An Festtagen werden die Festgesänge von einzelnen Gemeindegliedern gesungen, die Vers das juridische Fach wählen, und setzen ihre Rechtsstudien in einer eigenen dortigen juridischen Fakultät fort. Mehrere in Paris graduirte Doctores juris sungiren dort als. Professoren. Eine Spezialschule für Ingenieure nimmt nach Beendigung des Gymnasial-Unterrichtes diejenigen jungen Leute ans, die sich dem Ingenieur- und Architekturfache (Fächer, die in diesem Lande noch so ziemlich lukrativ sind) widmen. Eine eigene Forstschule zum" Studium und Konservirung der Wälder eristirt seit ein paar Jahren, ebenso eine Handwerksschule. Neben der Hauptstadt ist ein Gut angekaust und zu einer Musterwirthschast (f61׳m6-m0äö16) eingerichtet, wo die neuesten Erfindungen im Gebiete der Agrikultur eingeführt und so dem Volke bekannt gemacht werden. Zur Belehrung des Volkes wird ein Regierungs-Journal für die Dorfbewohner, worin allwöchentlich belehrende Artikel über Hygiene und Agrikultur, veröffentlicht werden. Die Abtheiluug für Hygiene besorgt Hr. 1)1׳. Julius Barasch (Professor am National-Lyceum in Bukarest). Diese und noch viele andere Nnterrichtsanstalten, sowie besonders zahlreiche Knaben- und Mädchen-Pensionate (so wie die israelitische Schule) stehen unter der Leitung des obersten Schulrath es (Eforia), aus drei wahrhaft erleuchteten Bojaren zusammengesezt, die ihr Amt unentgeltlich (honoraire) verrichten. — Der Schulrath hat auch schon auf seine Kosten viele nützliche Bücher (besonders wiffeuschaftlichen Inhalts) drucken lassen, und noch viele andere heilsame Einrichtungen geschaffen, was ihm nur zur Ehre gereichen kann.

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