Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 159

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543099--0777-2544464
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 159 — Eigentliche israelitische Schulen, wo die Kinder im Wissen, und Glauben zugleich erzogen werden, besizt die dortige spanischjüdische Gemeinde keine, und zwar nicht etwa deshalb, weil sie nicht den Nutzen einer so heilsamen Anstalt eingesehen hätte, vielmehr war schon vor mehreren Jahren ein großer Theil der Mitglieder dieser Kongregation für die Gründung einer solchen Anstalt gewonnen, und die Mittel besaß dieselbe auch dazu; allein einige einflußreiche, weil reiche Mitglieder, deren Geldsäcke voller sind, als ihre Köpfe, wußten dieses Beginnen zu vereiteln, und zwar nicht etwa aus Fanatismus, oder aus Furcht vor Gefährdung der Religion der Väter, sondern aus reiner Mißachtung der Kenntnisse und des Wissens. hierüber mitzutheilen: Der öffentliche Jugendunterricht zerfällt hier in einen trivialen, normalen und zentralen. Der Trivialunterricht geschieht auf den Hörfern, und zwar nur im Wintersemester (vom Oktober bis April), damit im Sommer die Jugend an den Feldarbeiten Theil nehmen könne, denn in einem noch so dünn bevölkerten Lande, wie in der Walachei, bei einer so übermäßigen Bodenausdehnung, müssen auch die Kinder den Eltern helfen. Die Dorfschullehrer sind meistens junge Burschen aus dem Dorfe selbst, die in der. Normalschule des Kreis-Distriktes ihren Unterricht genossen haben. Ihr Gehalt ist daher auch ein sehr geringer, daher für die Dorfkommune nichts weniger als onerös. In jedem Dorfe giebt's also ein Schulhaus (Kasa de 86016) mit einem oder zwei Sälen, wo in den Wänden Halbkreise für die Monitors angebracht find. Denn in diesen Schulen ist die Methode des gegenseitigen Unterrichts mit Monitoren eingeführt. Während des Sommer-Semesters gehen alle Dorfschullehrer des Kreises in die Kreishauptstadt, um da bis zum Spätherbste die Kreisschule zu besuchen, damit sie das früher Erlernte wiederholen, hauptsächlich aber, damit sie während ihrer Unthätigkeit über den Sommer im Dorfe nicht geistig verwahrloset werden. In der Kreis-Normalschule werden alle jene Gegenständen vorgetragen, die gewöhnlich in den Volksklassen der deutschen Normalschule (z. B. in Oesterreich) unterrichtet werden, und ist hier der Unterricht in der walachischen Sprache. Dieses ist der mittlere Unterricht. Der zentrale Unterricht geschieht im Gymnasium zu Kraiowa und im Obergymnasittm (Lyceum) in Bukarest. Neben dem Unterricht in der lateinischen, franzöfifischen, deutschen und altgriechischen Sprache wird hier gelehrt: Religion, Mathematik, Geografie, Geschichte, Zeichnen n. s. w. In den beiden Lyceal-Klaffen (7. u. 8.) wird auch Logik und Psychologie, Physik, Chemie und Naturgeschichte vorgetragen. Nach Beendigung des Obergymnafiums können die jungen Leute

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.