Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543094-2543099--0769-2544456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
151 — Zusätze hatten nämlich auch bei den spanischen Juden Eingang gefunden, so daß Matmonides sich veranlaßt sah, dagegen zu polemisiren. ״Diejenigen", sagt er, ״welche den vorgeschriebenen Inhalt der Mesusa mit Engelnamen, h. Gottesnamen oder sonstigen Schlußformel vermehren, machen sich der künftigen Seligkeit verlustig. Denn diese Thoren heben dadurch die Erfüllung eines Relegionsgebotes auf; ja sie benehmen sich sogar bet der UebuNg eines Gebotes, das die bedeutungsvolle Erinnerung an die Einzigkeit Gottes, an die Liebe zu ihm und an die Gotteöverehrnng znm Zwecke hat, so, als wenn es sich um ein ihrem materiellen Interesse dienendes Amulet handeln würde, indem ihr thörichtes Herz glaubt, daß solch ein Thun zur Erhaltung vergänglicher Weltgüter von Nutzen sei (Thef. 5, 4)". Die Härte, mit welcher Maimonides den Freunden der Mesusazusätze die künftige Seligkeit abspricht, erklärt sich aus seiner bisher unbeachteten prinzipiellen Anschauung, nach welcher der Aberglaube eben so verwerflich ist als der Unglaube. Im Wesentlichen trifft die eben angeführte Polemik offenbar auch den Thalmud, welcher die schützende Kraft der Mesusa ausdrücklich anerkennt. Den maimonidischen Glossatoren ist dies nicht entgangen. Da sie aber von der religions-philosophischen Differenz zwischen dem Thalmud und Maimonides keine Ahnung hatten, so geben sie sich die vergebliche Mühe, die maimonidtschen Pfeile von der thalmudischen Theorie abzuwehren. Maimonides selbst spricht sich über die Bedeutung der Mesusa folgender Maßen aus: ״Das Mesusagebot muß sorgfältig beohachtet werden, denn dadurch wird der Israelit beim Ein- und Ausgehen an den Heiligen, gelobt sei Er, erinnert und zur Gottesliebe geweckt. Aus seinem Schlummer und seinem eitlen, zeitlichen Trachten erwachend, erkennet er, daß es nichts giebt, was in alle Ewigkeiten dauert, als die Erkenntniß des Weltenhorts. Diese Betrachtung bringt ihn zu sich selbst und führt ihn auf den geraden Weg (Thef. 6, 13)". Auch Josefns faßt das Mesusagebot als Erinnernngsmittel auf, hebt aber nicht das״ allgemein menschliche, sondern das nationale Moment hervor: ״Die größten Wohlthaten Gottes schreibe man an die Thüren (Alterth. ״!(13 ,8 .4