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Ben Chananja · 1859-01-01 · 4 (1859) · p. Seite 149

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Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
4 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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— 149 erzählt nach Plntarch's Berichte Theofrast in einem ethischen Werke, indem er sich mit der Frage beschäftiget, ob ein Wechsel des Geschickes nicht auch einen Wechsel der Gesinnung nach stch ziehe, und ob unter dem Einflüsse eines leidenden Körpers nicht auch weise Grundsätze beeinträchtigt werden (?lut. v. Pericl. c. 38). Jedenfalls nahmen die Vernünftigeren zu Amnleten, wie zu Lustra« tionen und Träumen erst ihre Zuflucht, nachdem ihnen die natürlichen Heilmittel erschöpft zu sein schienen (?lut. äs facie lunae 1). Daß die Amulete auch bei den Römern im Gebrauche waren, ist aus Plinius zu ersehen, bei welchem das Wort amulstum zuerst vorkommt. Eine sorgfältige Vergleichung der bezüglichen Stellen 3) führt indeß zu der Gewißheit, daß Plinius von sympathetisch wirkende» Heilmitteln rede, ohne an geheimnißvolle, magische Inschriften nnd Figuren zu denken. Bei Egyptern, Persern und Arabern ist der Gebrauch der Amulete ebenfalls konstatirt 4). Waren dem biblischen Alterthume Amulete bekannt? — Auf diese Frage ist vielfältig bejahend geantwortet worden. Allein daß die Religion Jsrael's dieselben weder begünstigt noch geduldet hat, braucht kaum erwähnt zu werden. Und da deren Gebrauch selbst bei denjenigen Nachbarvölkern Jsrael's, deren Kulte auf dasselbe influirten, nicht erwiesen ist, und ein Ausdruck für Amulet sich im biblischen Hebraism gar nicht findet, so wird man zu dem Schluffe berechtigt sein, daß die Amulete im alten Israel ganz unbekannt waren. Das dunkle להשים Jesaj. 3, 20 und die von manchen Eregeten hieher gezogene Drohung Ezechiel's gegen die ״Polster^ nnd ״Wülste" (13, 18) bieten der entgegengesezten Anschauung nur schwache, kaum zu beachtende Anhaltspunkte. Manche Forscher, wie Winer, Grotefend und Andere, berufen sich auf die Thefillin, um den Gebrauch von Amuleten in der biblischen Zeit nachzuweisen. Mit Unrecht. Weder die Schrift noch die thalmudische Ueberlieferung schreiben den Thefillin die Kraft zu, ״Uebel abzuwenden" oder ״böse Geister zu bannen". Der Jrrthum entstand zum Theil durch die mißverstandene Thargnmstelle, Hohes!. 8, 3, 3) Hist. nat. 30, 15. 37, 3. 29, 4. 28, 4. 4) Er sch und Gruber's Encykl. HL 429 ff.

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