Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 148 — liefen beträchtliche Summen ein. Die Armen wurden davon reich-- ltch bedacht. Die meisten Kundschaften hatte R. Moses im nördlichen Ungarn; doch fehlte es auch nicht an Gästen aus andern Gegenden des Landes. Wenn er Morgens um eilf Uhr — bis dahin war er unzugänglich — in seinem Empfangszimmer erschien, war dasselbe in der Regel von Patienten und Klienten überfüllt. Ja, er pflegte sogar Jahrmärkte in Galizien zu beziehen, nm seine Spezifika gegen gleich baare Bezahlung zu veräußern. Der Andrang der Käufer rechtfertigte vollkommen diese kabbalistisch-merkantilische Unternehmung. Solcher Erfolge konnte sich der Wundermann am Fuße des Satorberges in unserm Jahrhunderte rühmen! ״Warum trat Niemand mit Entschiedenheit der Schwärmerei entgegen? Warum belehrte man nicht das Volk über die traurigen Folgen seiner Leichtgläubigkeit? Warum warnten die Volkölehrer, die Rabbiner, nicht mit allem Nachdrucke vor den abergläubischen Verirrungen?" — Die Betrachtung, welche diese Fragen Hervorrufen, ist viel zu lehrreich, als daß wir derselben nicht unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden sollten. Bekanntlich hat die Magie der alten Völker Amuleten und Talismanen außerordentliche Wirkungen zngeschrieben. Bei den Griechen waren besonders die efesischen Talismane berühmt. Man trug sie, um allerlei Uebel abzuwenden und sich das Leben zu verlängern (Athen. XII. 548, 6). Die Zeichen auf denselben waren Uneingeweihten dunkel und räthselhaft. ״Efestsche Schrift" galt daher als sprichwörtliche Bezeichnung eines unverständlichen Schriftstückes. 1)- Die Eroteriker begnügten sich mit der Erklärung: Die esesische Geheimschrift enthält Zauberformeln, deren Gebrauch allenthalben zum Siege führt"). Erleuchtete Griechen trugen allerdings weder efesische noch andere Amulete, aber auf dem Krankenbette zeigte selbst Perikles einem Freunde, der ihn besuchte, das Amulet, das ihm von zarter Frauenhand umgehängt worden war, und das er, wenn auch mit Widerstreben, am Halse trug. Dies ') Macar. Rod. IV. 23: iqttUa ■/(!aufiata: inl tmv dövvtta /,cyuvtiav. ») Apostol. Syn, Par. VIII, 17.