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Ben Chananja · 1859-01-01 · 3 (1859) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 136 (sequence 40)
Language
German
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— 136 stücken am der mathem. Geografie die Jugend mit der jüd. Zeitrechnung bekannt gemacht würde. Vorzüglich aber müssen wir es bedauern, daß abermals spezifisch christliche Stellen nngestrichen geblieben sind *). Ä. S. Fischer, Oberlehrer. Aus dem ELsenburger Komitate, 15. Februar. Mein l. B.-Ch.! Du hast eine brennende Frage, eine sogenannte Rosen- oder Dornenfrage, vor das Forum der Oeffentlichkeit gebracht und die Anhänger von Alt und Neu zur gegenseitigen Bekämpfung in's Lager geführt. Dank dem Himmel, daß wir dabei keinen Krieg der ״weißen und rothen Rose" zu befürchten haben; unsere Mitbrüder im jenseitigen Lager, so feurig sie sich auch zum Angriffe zeigen, meinen es doch zulezt nicht so ernstlich, um der Sache, für die sie einstehen, Gut nud Blut aNfzuopfern, wie dies schon aus ihren gegenseitigen Widersprüchen zur Genüge hervorgeht. Es ist vielmehr eine sogenannte militärische Diversion zur Eroberung eines anderseitigen Postens; man will sich als einen tüchtigen Feldherrn zeigen, um ein ansehnliches Komando zu erhalten. Jndeß ist aus dem allen zu ersehen, daß jenes Sprichwort: ״Keine Rosen ohne Dornen", auch bei nnsern Verstorbenen sich bewährt. Ich meinerseits hätte geglaubt, da so viele, ja die meisten Menschen ans dem Acker des Lebens Dornen genug pflücken, wir ihnen wenigstens nach dem Tode, auf ihren Grabhügeln, ein bescheidenes Resenbäumchen gönnen mögen. Auch scheint es mir, da die Menscheu in Anbetracht der Unendlichkeit der Zeit, und viele im buchstäblichen Sinne sogar, nur das Dasein einer Tagesblume sristen, es für sie gewiß kein sinnreicheres Grabesmonument gebe, als ein Rosenbäumchen mit der Aufschrift: •כציץ השדר, כן יציץ Jndeß wollen wir heute deine Aufmerksamkeit, m. l. B.-Eh., auf eine verwandte Frage lenken. Die Errichtung der Grabsteine ist ein altes Institut, wie dies schon aus der im Thalmnd vorkommenden Benennung נפשות ersichtlich ist. Zweck derselben ist unstreitig, uns das Andenken der Verstorbenen noch nach Verlauf vieler Jahre in Erinnerung zu bringen, daher sie auch, von allen prunkvollen Titulaturen abgesehen, Name, Alter und Sterbedatum als wesentliche Merkmale haben müssen. Da nun das Hebräische nicht nur unsere National-, sondern zugleich unsere Religionssprache ist, so hat dies ganz natürlich die Präponderanz erhalten. Allein wird obiger Zweck dabei noch erreicht? Wie Viele, die mit heiligem Gefühle die Ruhestätten ihrer Verstorbenen besuchen, stehen da rathlos und wissen sich über obige Punkte, besonders über Sterbedatum nicht aus. Diesem Uebel abzuhelfen, machte man in neuerer Zeit den Versuch, nebst der hebr. Inschrift Name, Alter und Sterbedatum nach der üblichen Zeitrechnung auch deutsch anbringen zu lassen. Allein auch dagegen erhebt sich das Zetergeschrei unserer Frommen, und sind Beispiele bekannt, daß so manche Zelotcnhand im religiösen Eifer sich nicht gescheut, heimlich die deutsche Jahreszahl zu zerstören, wie auch, daß unsere frommen Brüderschaften *) S. 1. Heft S. 45 ff.

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