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Ben Chananja · 1859-01-01 · 3 (1859) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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— 120 — soll sich fein einziger polnisch - deutscher, vor 100 Jahren noch kein einziger spanisch-portugiesischer Israelit in der Walachei gefunden haben. Es zeigt sich aber hier ein neues Element, das weder die Moldau noch Polen aufzuweisen hat; wir meinen die spanisch-portugiesischen Inden, oder Spagnolen genannt. Wir müssen daher bei Betrachtung der jüdischen Verhältnisse in der Walachei die dortigen Polnisch - Deutschen von den Spagnolen sondern. Wenden wir zuerst unsere Betrachtung den minder zahlreichen oder spanischen Kongregationen zu. Die spanisch-portugiesischen Juden, die jezt in der Walachei leben, sind dorthin vom Orient eingewandert. Die meisten kamen über die Donau aus den europäisch-türkischen Provinzen (aus Konstantinopel, Adrianopel, Salonich, Widdin, Rustschuk, Silistria, Varna, Belgrad und andern bulgarischen und serbischen Städten), einige jedoch stammen direkt aus der eigentlichen Levante (Smyrna, Jerusalem, Damaskus u. s. w.); säst alle kamen in dem Laufe des lezten Jahrhunderts herüber, und die Einwanderung dauert noch immer fort. Denn im Ganzen genommen, befanden sich die Inden von jeher besser in diesen Fürstenthümern, wo reiche merkantilische Hülfsquellen fließen, und wo ihr Eigenthum und ihre Person jederzeit mehr respektirt wurden, als wenigstens in frühern Zeiten in den eigentlich türkischen Paschaliks. Ja die Bukarester spanische Kongregation hat Mitglieder aufzuweisen, die vor 30—40 Jahren unter ziemlich dürftigen Umständen herüber kamen, und jezt sehr bedeutende Reichthümer besitzen. Ihr Hauptnahrungszweig ist der Handel. Es giebt unter ihnen Banquiers, Besitzer von öffentlichen Manufaktur-Waaren-Boutiques und Roh-Produktenhändler. Sie genießen in der jüdischen, wie in der christlichen Handelswelt eines schönen Kredits, weil sie als loyal und rechtlich im Handel gelten. Diesen empfehlenswerthen Charakterzng und noch vieles andere Gute, worunter besonders eine gewisse Ruhe und Würde in ihrem äußern Auftreten, das seltene Vorkommen von Zank und Streitigfetten vor Gerichten, besonders in Sachen, die das Gemeindewesen berühren, zugleich aber auch ihre im Ganzen günstig soziale Stellung, verschaffte ihnen ein gewisses Ansehen bei den Behörden,

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