Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 113 worunter entweder das Barett oder der sogenannte chapeau bas zu verstehen ist, welcher ebenfalls bei feierlichen Gelegenheiten getragen wurde und in manchen Gemeindeu-von den Vorstehem bis auf den heutigen Tag getragen wird. Dieser Hut wird am Schluffe das Tripartitum juris consuetudinarii pileus judaicus genannt; die daselbst erwähnte chlamys oder das pallium bezog man in Ungarn auf das sogenannte Sterbekleid. Für dieses Kleid allein wurde die weiße Farbe beibehalten, während dieselbe bei den Kleidungsstücken der Männer immer mehr außer Brauch kam. Die nrsprüngliche festliche Bedeutung der weißen Farbe wurde nämlich ganz vergeffen. Vielmehr erhielt dieselbe eine fast entgegengesezte Bedentung. An frohen Festen zog kein Mann ein weißes Kleid an; nur am Versöhnungstage — und an vielen Orten auch am Neujahrstage — wurde davon Gebrauch gemacht. Die Kabbalisten betrachteten nunmehr die weiße Farbe nach Jesajas 1, 18 als Sinnbild der Barmherzigkeit und Sündenvergebung, weshalb sie auch die weiße Farbe des Betmantels, in welcher sich eigentlich nur die uralte Sitte der festlich-weißen Kleidung abspiegelt, als symbolisch ansahen 53). In der Folge legten die verehelichten Männer an den erwähnten Festen ihr künftiges Leichenhemd an, ״nm durch die Erinnerung an Tod und Ewigkeit zur Buße geweckt zu werden". Das Leicheickleid erhielt in der Regel der Bräutigam am Hochzeitstage von seiner Braut. In vielen Gemeinden trug er dasselbe während der Trauung. Diese Gebräuche sind in Ungarn noch an manchen Orten üblich, während man sich an anderen Orten ihrer kaum mehr erinnert. Dieselbe Verschiedenheit tritt auch rücksichtlich der Amtskleidüng der.Rabbinen hervor. Im nördlichen und östlichen Ungarn, wo es viele Chaßidäer giebt und überhaupt das galizianische Element vorherrscht, ist zwischen der Kleidung der Rabbinen und der der Laien kein bemerkenöwerther Unterschied wahrzunehmen. Doch pflegen die chaßidäischen Rabbinen, besonders an Sabbaten und Festtagen weih gekleidet zu erscheinen. Schafwollene Kleider tragen die Chaßidäer selten; zum Vorbeterdienste lassen sie Niemanden 53) LonsaNo Der. Chajj. 98, b. Umi-Cbananja 4859. UI. 8