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Ben Chananja · 1859-01-01 · 3 (1859) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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— 107 ES geschieht aber in vollkommener Uebereinsttmmung mit dem im Thalmud herrschenden Geiste, wenn in demselben auch die Anstandsregeln der Bekleidung als Religionssatzungon htngestellt werden, und in Folge dessen die im Morgenlande allgemein übliche Bedeckung oder Verhüllung des Hauptes mit der Ehrfurcht vor Gott, dem im Himmel Thronenden, in Zusammenhang gebracht 29), und die Anlegung der einzelnen Kleidungsstücke des Morgens mit eigenen, darauf bezüglichen Gebeten begleitet wird 30). Ja selbst auf die Reinhaltung der Kleidungsstücke wird ein so hohes Gewicht gelegt, daß die religiöse Tendenz auch hier hervorgehoben wird. Denn, wenn der Thalmud einen Rabbinen, an dessen Kleid ein Flecken zu entdecken ist, eine Todsünde begehen läßt9'), so liegt in dieser allerdings hyperbolischen Redeweise ohne Zweifel eine nachdrückliche Ermahnung, auch in der äußern Erscheinung nicht den heidnischen Philosophen zu gleichen, welche im Gegensatze zu der Putzsucht vieler ihrer Zeitgenossen sich durch Vernachlässigung ihres Aeußern hervorzuthun suchten, und daher meist abgeschabte Pallien (Tribonia) trugen, und dieselben niemals in die Walke schickten, um sie reinigen zu lassen. Das thalmudische ׳Verbot äußerer Vernachlässtgung steht übrigens nicht isolirt. Auch Kaiser Augustus befahl den Aedilen, Keinem den Eintritt in den Zirkus zu gestatten, der nicht in einer anständigen weißen Toga erschien. Andererseits gab es dennoch einzelne Rabbinen, welche sich rückstchtlich der Kleidung zum Cynismus hinneigten 32). Die Farbe der Rabbinerkleidung ist im Thalmud nicht ausdrücklich vorgeschrieben. Doch war die weiße Farbe vorherrschend "), wie sich denn auch Laien an Festtagen weiß zu kleiden Pflegten 34), während schwarze Kleidung, wie in der biblischen, also auch in der ") Sabb. 156, d. Kidd. LS, b. 31, a. 33, a. a0) Berach. 60, b. 3,) Sabb. 114, a. 32) Den Nachweis liefert Mos. Kunitzer, Mezaref I. Nro. 90. 33) Ber. 28, a. 31) Jerus. R. Haschana 1, 3. Midrasch zu den Psalmen 16.

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