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Ben Chananja · 1859-01-01 · 3 (1859) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 — von dem Synedrium gestattet, gleich den Priestern linnene Obergewänder zu tragen. Diese Modifikation des levitischen Anzuges war eine Neuerung. Die Neuerung war aber nicht ungesetzlich, indem sie erst dann eingeführt wurde, nachdem die höchste Religionsbehörde sie für zulässig erklärt hatte. So wichtig war nämlich die Frage über die Veränderung der Levitentracht dem Könige Agrippa II. erschienen, daß er dem Ansuchen der levitischen Tonkünstler um die linnene Stola nur nach eingeholter Synedrial-Lizenz willfahren zu können glaubte. Josefus spricht allerdings über die Entscheidung des Synedriums den Tadel aus, als hätte dasselbe das väterliche Herkommen verlezt. Allein das Synedrium ließ sich offenbar von dem *Grundsätze leiten, daß es dem Geiste der mosaischen Kultuönormen vollkommen angemessen sei, auch den levitischen Kultusbeamten eine Amtstracht zu gönnen, wiewol diese Tracht im Gesetze nicht vorgeschrieben war. Noch lehrreicher ist das Beispiel der Proseten. Diesen kam weder am Altäre noch überhaupt im Heiligthume Gottes irgend eine priesterliche Funktion oder Beschäftigung zu. Eine eigene Tracht schreibt ihnen das Gesetz nicht vor. Allein der im alten Israel herrschende Geist brachte cs mit sich, daß die Profeten, welche als Diener und Boten Gottes und als Organe des göttlichen Geistes austraten, sich auch äußerlich durch eine unterscheidende Kleidung zu erkennen gaben. Das Kostüm der Profeten bestand gewöhnlich in einem langen faltigen Mantel (hebr. Mäsrotd Vulg. pallium) aus grobem, härnem Stoffe, welcher durch einen ledernen Gurt znsammengehalten wurdeJ0). Diese Tracht ist nach dem Urtheile bedeutender Schriftforscher von dem Ernste des Profetischen BernfeS gefordert worden. So wenig es nun auch den Rabbiuen in den Sinn kommen kann, sich Inspiration zuzuschreiben und sich den alten Profeten an die Seite zu stellen, so werden sie doch, so lange sie von ihrem Berufe die richtige Erkenntniß haben, nicht aufhören, sich innerhalb ">) 1. Ken. 19, 13. 19. 2 Kon. 2, 8. Das. 1, 8. Zach. 13, 4.

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