Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 93 Lilerärische Anzeigen. Rimonim, ein deutsches Lesebuch für Israeliten in Schule und Haus, oder auch Abtalion, dritter Kursus, ein deutsches Lesebuch für die israelitische Jugend der obern Klassen in gehobenen Elementar- und Bürgerschulen zur Bildung des Geistes und Gemüthes, insbesondere zur religiösen Erkräftigung. Herausgegeben von D1\ I. H. Jakobson, Rabbiner und Prediger. Leipzig. F. Brandst. 1859. XX. 391. Besprochen von A. Hohn, Direktor der k. k. israel. Mnsterhauptschule in Temesvar. Ein gutes Lesebuch für die obern Klaffen gehobener israel.' Schulen ist noch immer ein Bedürfniß. Ich habe daher mit freudiger Erwartung das angeführte Lesebuch zur Hand genommen; aber der Wahrheit die Ehre — ich habe es unbefriedigt aus der Hand gelegt. Es hat mich dasselbe in meiner oft ausgesprochenen Ansicht bestärkt: wir haben viele Schriftsteller, tüchtige Schriftsteller, aber leider wenige pädagogische Schriftsteller! Ich will Hrn. I. sein Verdienst um die israel. Volksschule keinesweges streitig machen. Mit den ersten Theilen seines Abtalion hat er zum Theile der jüd. Schule einen dankenswerthen Dienst geleistet. Aber seit dem Erscheinen der ersten Abtalion sind mehr als zehn Jahre verflossen, nnd dieses Jahr-- zehent war kein unfruchtbares auf dem Boden der Schule und ihrer Literatur. Der Verfasser der ״Rimonim" hätte während dieses Zeitraumes manches lernen können, was seinem Lesebuche zu Gute gekommen wäre. Wenn wir uns fragen, welche Anforderungen wir an ein Lesebuch für die Volksschule zu stellen haben, so können uns die vielen in den bessern Schnlen Deutschlands, an welche sich in jüngster Zeit auch die unseres geliebten Vaterlandes rühmlichst anschließen, eingeführten Lesebücher, unsere Frage genügend beantworten. Es ist allerdings zunächst von einem Lesebuche, besonders von einem Lesebuche für israelitische Schulen, zu fordern, daß es eine religiös-konfessionelle Färbung habe, daß es Stoff zur Erhebung und Bildung des Gemüthes und zur Erkräftigung des religiösen Sinnes in der jugendlichen Seele biete; aber das Konfessionelle kann nicht Selbstzweck eines Lesebuches sein; es müssen mit demselben mehrere Zwecke verbunden werden, und wir Israeliten sind durchaus nicht so egoistisch, uns auf uns selbst zu beschränken und das Gute nicht dankbar hinzunehmen, von welcher Seite es uns immer gereicht werden möge. Ein Lesebuch für die obern Klassen gehobener Elementarnnd Bürgerschulen muß auch Stoff bieten für die Nebung der grammatischen Formen. Daß aber Lesestücke, die vorzüglich für die Bildung des Herzens und die