Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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92 — Schulmann,^ Hr. Rosenmeyer, steht ihr vor. Die׳ unter Leitung des Hrn. W. Weiß seit zwei Jahren trefflich gehandhabte Gemeindeschule in Tokay gedeiht. Auch steht die Sanktionirung der in diesen Blättern bereits mit Lob erwähnten Eperieser Schule mit Nächstem bevor. —. — Gr.sKanrfcha, am 16. Jänner 1859. Wir haben heute einen seltenen Akt der Pietät begangen. Die hiesige israel. Gemeinde besaß einst einen alten uneingefriedeten Gottesacker auf einem 420 Quadrat-Klafter messenden abseits gelegenen Hügel. Unbeachtet wie er war, wurden die wenigen unansehnlichen Grabsteine von unbekannten Händen usurpirt, und finden sich noch deren im sogenannten Oberjägergarten, um eine antike Partie zu verherrlichen. Vor ungefähr 30 Jahre wollte die Grundherrschaft diesen wüsten Hügel Pflügen und in urbaren Stand setzen. Die Gemeinde protestirte mit Erfolg dagegen. Der Bau des Bahnhofes nahm nun diesen Platz in Anspruch, dessen Erdbewegung an 80 Schädeln und Gebeinen erwachsener Menschen — die der Kinder dürfen früher verwest sein — zu Tage förderte. Der niedrige Theil des Hügels wurde blos geebnet, daher nicht Fonstatirt werden konnte, ob und wie viele Gräber ungestört blieben. Die Ausgrabung wurde unter Aufsicht der Vorstände der ח״ק geleitet, die sterblichen Reste sorgfältig gesammelt und heute im feierlichen Zuge, woran fich fast alte Gemeinde-Angehörigen betheiligten, in zwei großen Särgen auf der neuen Ruhestätte in dem gegenwärtigen Gottesacker würdig bestattet. ״הכל היה פן העפר והכל שב אל העפר!״ Hr. Rabb. Fasset sprach der Gelegenheit angemessen und machte über ר!תהיינרו העצמות sehr paffende Betrachtungen; nicht Nlinder erhöheten die Choralgesänge der üblichen Leichenbestattungen die Wichtigkeit des Tages. Es ist dabei noch zu bemerken, daß die ältesten Grabsteine des gegenwärtigen Friedhofes ein Alter von 80 Jahren Nachweisen, und da die damalige Gemeinde kaum 30 Mitglieder zählte, läßt fich fast mit Sicherheit annehmen, daß die Besetzung des Gottesackers 100 Jahre forderte,. was zur Geschichte der hiesigen Gemeinde von wesentlichem Interesse sein muß. Auf und an den meisten Schädeln wurden die üblichen irdenen Scherben gefunden. Es ist nicht zu zweifeln, daß sich bald über diese Stelle ein würdiges Monument erheben und den Pietätssiun unserer Gemeinde bewähren, so wie ein Beitrag zur Geschichte derselben sein wird. L — y.