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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 89 (sequence 41)
Language
German
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— 89 Ehebündniffe der Taubstummen gerade sehr günstig, da dieselben durch das den Unmündigen ausschließende איש Nicht ausgeschlossen sind. Eine, tiefere Forschung wird Sie auch auf Tos. Sanh. 68, b. Tos. Bech. 19, b und auf viele andere Stellen führen, und Sie überzeugen, daß Ihnen die Lehre des thalmudischen Rechts von den Unmündigen nichts weniger als geläufig war. Eine Stelle im Sifre zu Debarim Nro. 238 läßt sogar der Annahme -Raum, daß einzelne Thalmudlehrer die Ehe eines Unmündigen für gültig gehalten haben! — Doch — der Sifre gehört zu den alten Quellen, welche das vulgäre pilpulistische Thalmudstndium nicht zu Rathe zieht. Warum schenken Sie aber dem Schulchan Aruch so wenig Aufmerksamkeit? Sie sagen S. 10, daß diejenigen, die der ״vorgeschriebenen Norm im Sch. A. Ungültigkeit unkundigen, zur Umsturzpartei gehören". Wie konnten Sie es nun wagen, der ״vorgeschriebenen Norm im Sch. A. Ungültigkeit anzukündigen?" S. 15 erklären Sie, ״daß in der Neuzeit viele Gräber in Anbetracht ihres innern Gehaltes mit Rosen geschmückt sein sollten; denn auf Dornen wachsen Rosen!!" Welch ein alberner, schauderhafter Witz! Daß Ihr — gemachter oder wirklicher — Fanatismus auch der Ruhenden im Grabe nicht schont, mögen Sie als ״Mensch von ganz harmloser Natur" (S. 16) vor Ihrem eigeuen, ״von keiner Individualität getragenen Gemüthe" (S. 7) verantworten. Wo bleibt aber, der Respekt vor dem Schulchan Aruch? Da steht ja ausdrücklich geschrieben: תקנת קדכללכינו והרם שלא להוציא שם רע על המתים (O. CH. 606, 3). Dieses schöne, menschliche Gesetz halten Sie für antiquirt? Sie betrachten ״jede wie immer geartete Reform im rituellen Leben" als ein ״Mordinstrument" (S. 3) und find gegen den alten הרם unempfindlich? Wissen Sie denn nicht, was ein הרם auf sich hat? O lassen Sie doch die Todten ruhen! Glauben Sie mir: Die thalmudfesten Altorthodoren, welche Sie nicht ohne Vermessenheit S. 6 ״Zeloten" und ״Thoren" nennen, sind in diesem Punkte viel milder gesinnt, als Sie, der Sie ״Ihre Augen nicht hermetisch schließen vor dem Drange der Zeit" (S. 6), und der Sie sich geneigt zeigen, die im Sch. Aruch verzeichneten Minhagim preis zu geben (S. 3)! Ist Ihnen denn die Vorschrift ואין לבטל שום מנהג (O. Eh 690, 17) ebenfalls unbekannt? So ehren Sie ״Ihre erhabene und liebreiche Mntter Orthodorie" (S. 10)? — Sie sehen, l. Hr. Rabbiner, aus all dem, daß Ihr erster schriftstellerischer Versuch als vollständig verunglückt zu betrachten ist. Da Sie in Ihrem ganzen Briefe kaum einen einzigen Satz rich- Lig konstruirt haben; da Sie Worte gebrauchen, deren Bedeutung Ihnen offenbar unbekannt ist: so dürften Sie wenig Aussicht haben, als deutscher Schriftstetler zu reussireu. Sollten Sie sich indeß veranlaßt fühlen, Ihre stündliche Korrespondenz mit mir fortzusetzen, so bitte ich Sie, fremde Händel ganz aus dem Spiele zu lassen. Beherzigen Sie in der Folge: ״Fahre nicht hastig Los zum Streite; du möchtest nicht wissen, was du am Ende thuest, wenn dein Nächster dich beschämt. Deinen Streit führe

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