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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 87 (sequence 39)
Language
German
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— 87 — Jur Abwehr. Szegeditt, 23. Jänner. Zu Ende des verflossenen Jahres profezeite ich dem Ben-Chananja, daß er im nächsten Jahre noch von so manchem ״offenen Brief" und so manchem ״Sendschreiben" werde belästigt werden. Und siehe! das Jahr hat kaum begonnen und schon hat Hr. Gold zieh er, Rabb. zu Szentes, meine Profezeiuug in Erfüllung gebracht. Hätte ich nicht etwas Gescheidteres profezeien können? Ob nun der Hr. Redakteur deu Szenteser Brief beantworten oder unbeachtet lassen wird? gleichviel. Genug, der Hr. Briefsteller hat in seiner Anspräche an den Leser auch meines Namens Erwähnung gethan. Ich sehe mich mithin zu einer Erwiderung veranlaßt, dankend, daß auf dem Titelblatt genau die Adresse angegeben ist; sonst hätte mir schwerlich Jemand Auskunft geben können, wo ein M. H. Goldzieher eristirt. Ehrwürdiger Hr. Rabbi zu Szentes! Neber Ihre absonderliche Art zu schreiben, wundere ich mich nicht; denn es giebt so viele Rabbinen, die fich mit תורה שבכתב weit weniger befassen, als mit תורה שבע״ס. Sonderbar erscheint mir jedoch Ihre eigenthümliche Art zu lesen. Sie lesen in dem B.-Ch. Dinge, die gar nicht darin zu finden find. In meinem Gruß an B.-Ch. lesen Sie, daß ich ״Menschenwerken Unfehlbarkeit zuschreibe". Hätte ich jemals diese irrige Meinung gehegt, wahrlich! Ihre Brochure, Hr. Rabbi zu Szentes, würde mich vom Gegentheil überzeugt haben. Sie sagen: ״Hr. L. Horowitz läßt sich herbei, jeden Widerspruch gegen B.-Ch. als den Stempel der Unwissenheit an sich tragend zu brandmarken". Wo haben Sie von mir eine so anmaßende Brandmarkuug gelesen? Ich kamt um so weniger ein solches Urtheil gesprochen haben, da mir Ihre Brochure jezt erst zu Gesichte kam. Wie kommt, Hr. Rabbi zu Szentes, in einen offenen Brief eine halb offene Verdächtigung? Oder wollen Sie etwa durch Ihre Anheimgebung an den ״Wiffer alles Verborgenen" glauben machen, ich sei von dem Redakteur des B.-Ch. bestochen? Wohlan! überbieten Sie ihn an Geist und Wissen und meine Feder ist für Sie bestochen! Sie betheuern, mit Ihrem Briefe nicht beleidigen zu wollen; ich muß es also Ihrer geringen Gewandtheit im Ausdrucke zuschreiben, daß Ihre Angriffe von Unmanierlichkeiten strotzen. Ich, meiner Seits, gebe Ihre Betheuerung nicht unbedingt zurück. Wer stch auch nur mit einer so winzigen Brochure, wie Ihr ״offener Brief" in die Oeffentlichkeit wagt, muß auch die Kritik über fich ergehen lassen: dem Klugen gilt sie als Belehrung für die Zukunft; der Thor braust auf in gekränkter Eitelkeit. Sie sagen: ״Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Augen hermetisch schließen vor dem Drange einer Zeit, welche den Anhängern der Orthodorie den Born anderer Studien so dringend empfiehlt". Hiermit wollen Sie glauben machen, Sie haben Ihren offenen Brief mit offenen Augen geschrieben. Ich

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