Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543094-2543097--0697-2544382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 81 — Morea, eingeschickt (O משם׳ שמואל)• Unterzeichnet sind sämmtliche 3 Mitglieder des Rabbinerkolleginms. Dieser Anfrage ist auch ein Schreiben des Vorstandes als Zeugniß beigelegt. Der Gegenstand betrifft drei jüdische Einwohner zu Belgrad, die zur Zeit der Weinlese eine Reise zu Schiff nach Ofen machten. Auf dem Schiffe befanden sich auch türkische Soldaten. Unweit von Ofen wurden die Juden, als sie sich vom Schiffe entfernten, um Trauben zu kaufen, von Räubern angesalten und ermordet; die Türken aber flüchteten sich zu Fuß in das Ofner Gebirge. Die Gemeinde zu Belgrad hatte also schon damals ein vollständiges Nabbinat, stand in Geschäftsangelegenheiten mit Ofen in Verbindung, wendete sich jedoch in religiöser Beziehung an die orientalischeu Rabbineu. Ofen bildete damals eines der 12 ungarischen Sandschake des türkischen Reiches unter Soliman, und konnte mithin die Schifffahrt von da nach Belgrad ungehindert vor sich gehen. Im Jahre 1606 wird aus Belgrad eine Anfrage an R. Josef Trani (מח״ריט׳ד׳צג) Konstantinopel gemacht. Der Gegenstand betrifft die Vertheilung einer Hinterlassenschaft unter vier Töchter. Daß manche jüdische Einwohner zu Belgrad reich gewesen, geht aus der Summe der Mitgift hervor, die der Verstorbene noch beim Leben seinen Töchtern zugesagt. Sind nämlich die in der Anfrage genannten לבנים nur türkische Piaster, so machen doch 65—80,000 eine ziemlich beträchtliche Mitgift aus. Ans einer andern, ebenfalls an R. Jos. Trani gestellten Anfrage (das. 4, 2) geht hervor, daß die Verwaltung der Waisengüter' ganz unter Aufsicht des jüd. Vorstandes gestanden. Es wurde demselben sogar das Recht eingeräumt, Grundstücke der Waisen zu verkaufen, um Schuldner auszuzahlen שהמכירה שמכרו הקהל הבתיס.... קיימרו• Jude» waren also unter türkischer Herrschaft Besitzer von Grundstücken in Belgrad. Im I. 1630 begleitete das Rabbinat zu Belgrad R. Juda Lerma, derselbe stand im hohen Ansehen bei seinen Zeitgenossen (Conforte 51, b). In einem Gutachten des Salomon Levi aus Salonik (מהר״ש הללי ד' ל״ן) wird ihm der Titel zu Theil: סיני וע״ה ריש מתיבתא וריש מתא• Er war Verfasser eines großen Werkes, das jedoch bei einem Brande in Belgrad zu Grunde ging. Blos 30 R. G. A. blieben übrig, die 1647 unter dem Titel: פלטת ב״י zu Venedig herauskamen. Auch R. Efraim Kohn (Schaar Efr. 109) beruft sich auf einen von R. Juda Lerma im I. 1637 geschriebenen Scheidcbrief. Hier ist gelegentlich ein Jrrthum zu berichtigen, in den Fürst (Bibi, judaica II. S. 233) zu fallen scheint. Derselbe schreibt R. Juda Lerma aus Belgrad auch das Werk Lechem Jehuda über P. Aboth zu, weil dessen Verfasser ebenfalls Juda Lerma geheißen. Allein abgesehen, daß Lezterer stets mit dem Beinamen הספררי bezeichnet wird (Conforte 40, b. S. Jesch. 5, 29), stimmt auch die Zeit, Ln welcher beide gelebt, gar. nicht zusammen. In der Vorrede des Lechem Jehuda beschreibt der Verfasser das zu seiner Zeit vom Pabst Julius III. anbesohlene auto da fe gegen den Thalmud, wobei dem Verfasser selbst 1500 Stück verschiedener thalmudischer Werke verbrannt wurden. Bon-Chananja 4850. II. 6