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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 82

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Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 82 (sequence 34)
Language
German
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— 82 — Das Datum giebt derselbe 1554 ביהימר לי שד״י, an. Es ist also unglaublich, daß derselbe noch im Jahre 1637 gelebt. Möglich, daß R. Juda Lerma aus Belgrad dessen Enkel war. Besonders aber stand das Rabbinat zu Belgrad mit dem gelehrten R. Moses Benveniste, Rabbinen zu Konstantinopel, in Briefwechsel, und kommen in den R. G. A. des Leztern wenigstes acht Fälle aus Belgrad vor. Im I. 1644 wird über einen Fensterstreit in Konstantinopel angefragt (Pen. Mose 2, 36). Aus dieser Anfrage ist zu ersehen, daß in Belgrad , wie im Oriente überhaupt, die Wohnungen mitten im Hofe standen. Die Fenster gingen alle in die Höfe, die Straßen, die die Höfe von einander trennten, waren so breit, daß zwei Wagen fahren konnten. R. M. Benveniste weist den Fragesteller auf den Belgrader Usus hin, und will die Frage von dem Belgr. Rabbinate entschieden wissen. Im I. 1647 kommt folgende Anfrage vor: Unter dem Vorstande zu Belgrad gab es ein sehr unruhiges und zanksüchtiges Mitglied, dessen Zügellostgkeit und Frechheit alle Grenzen überschritt. Der Vorstand faßte insgesammt den Beschluß, besagtes Mitglied nie mehr zu einer Sitzung zu berufen und im Falle es von selbst kommt entweder den Sitzungssaal gleich zu verlassen, oder sich stille zu verhalten, bis sich der Friedensstörer entfernt. Dieser Beschluß wurde auch niedergeschrieben und einem Mitgliede der Gemeinde anvertraut. Der aus dem Vorstande aus diese Art Hinansgebannte nahm seine Zuflucht zum türkischen Gerichte und verschaffte sich auch einen Gerichtsdiener, um den Aufbewahrer der Schrift in's Gefängniß zu werfen. Auch lief dabei ein Stück מסירה mit unter, wie nämlich der Vorstand Disciplinarstrafen ohne Vorwissen der vom Sultan eingesezten Richter verfügt. R. M. Benveniste eifert mit aller Strenge gegen den Denunzianten (das. 2, 57). Im I. 1651 wird wieder aus Belgrad eine Anfrage in Betreff einer rtfDy gemacht; das dabei aufgenommene Zeugenverhör ist in jüdisch-spagnolischer Sprache abgefaßt (das. 2, 27). Im selben Jahre wird abermals in Konstantinopel über eine Geschäftsangelegenheit eines Sam. Angli ans Belgrad angefragt. Derselbe stand Ln Geschäftsverbindung mit einem Kaufmanne aus Sarajewo in Bosnien. Lezterer mußte sich jedoch Schulden halber flüchten; Samuel Angli, zur Bezahlung angehalten und nach echt türkischer Weise in Kerker geworfen, konnte sich nur durch eine fast doppelte Bezahlung der von seinem Kollegen gemachten Schulden daraus befreien (das. 1, 96). Diese zwei leztern Anfragen wurden von R. Abr. Chananja ans Belgrad gemacht. Derselbe, ein scharfsinniger Thalmudift, war Schüler des R. M. Kalai zu Salonik und des I. Trani (Asulai 8. v.), wanderte von Belgrad nach Jerusalem aus, wo er anch verschied. (Schluß folgt.)

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