Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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80 — Handlungen fähig sein. Die Berufung auf R. Simon b. Gamaliel, der über den Taübstummgebornen ganz den Stab bricht (Gitt. 71, a), ist unstatthaft, da R. Simon's Distinktion Nicht halachisch rezipirt ist. Nun ist es aber eine unleugbare Thatsache, daß die in guten Instituten gebildeten Taubstummen deutlich und verständlich sprechen. Ich selbst sprach im vergangenen Jahre zwei taubstumme Schüler des verdienstvollen Deutsch, und sah mit Vergnügen dessen Bemühungen gekrönt. Beide sprachen deutlich und verständlich. Ohne daher ein Endurtheil fällen zu wollen, glauben wir, daß für solche Taubstumme die Rechte des מדבר לאינו שומע in Anspruch zu nehmen find, so daß dieselben vielleicht selbst zur Chaliza zuzulaffen wären (vergl. B. Sam. 169, 44). Ob aber solche taubstumme Individuen ein gültiges eheliches Bündniß schließen können, möge der freundliche und kundige Leser nach dem Gesagten selbst entscheiden. Zur Geschichte -er Israel. Gemeinde in Selgrad, mit Bezugnahme auf die österreichische und türkische Verwaltung von 1340—1749. Von Dr. M. Zipfer, Oberrabbiner in Rechnitz. In einer in diesen. Blättern enthaltenen Korrespondenz aus Belgrad (B.-Ch. 1858. S. 134) wird dieser Gemeinde ein Bestand von 200 Jahren beigelegt; auch wird dort behauptet, daß die ersten jüdischen Ansiedler Deutsche waren, daher auch die ältesten Grabschristen deutsche Namen tragen. Im Jahre 1770 wählten sich dieselben ihren ersten Rabbiner, Salomo Salem aus Adrinopel, der von da nach Amsterdam ging. Um jedoch zu sehen, wie weit diese Behauptungen richtig, wollen wir einige diese Gemeinde betreffende Daten, wie wir sie in mehrern rabbinischen Gutachten ausgefunden, in chronologischer Ordnung hier znsammenstellen, bedauern jedoch, hierbei gerade die wichtigsten Quellen, wie z. B. die R. G. A. - nunעדות ביהוסף ,סלטת בת ׳, ferner das Werk שמות הגטין eutbehren zu müssen. Aus dem I. ש״ן =u 1547, also 26 Jahre nach der für die Ungarn, trotz den zwanzig von der Citadelle abgeschlagenen Stürmen, so unglücklich ausgefallenen Belgrader Schlacht, die die glorreichen Siege Hunyady's vom I. 1456 ganz fruchtlos machte und Belgrad bis 1717 in die Hände der Türken überlieferte *), wird von dem Rabbinate dieser Gemeinde eine Anfrage nebst beigelegtem Zeugenverhör nach Salonik, wie auch an R. Moses Kalai in ') Engel's Gesch. der Ungarn. III. Th. 2. Abth. S. 222.