Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 78

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 78 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543097--0694-2544379
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 78 die nach und nach in der Geschichte ausgetreten. — Der erste, um mit dem Profeten zu reden, fraß es der König von Aschur! Das mächtige assyrische Reich, die Katze, warf sich vernichtend auf das ohnmächtige, getheilte Land Israels und führte, die 10 Stämme unter Hosea Sohn Ela gefangen weg. Verheerender aber war das neuentstandene babylonische Reich, der Hund, welches Israel zermalmte, den Tempel zerstörte und den lezten Rest vertilgte. Die Perser waren hierauf die Strafruthe der Babylonier. Cyrus, der Gründer der persischen Weltmonarchie, der Stock, eroberte Babylon, und seine Nachfolger legten dem Aufbau des zweiten Tempels Hindernisse in den Weg. Allein die persische Herrschaft währte nicht lange, sie fiel einem neuaufgehenden Gestirne als Erbe zu. Alerander der Große, das Feuer, eroberte ganz Asten, und der nach seinem Tode entstandene heftige Brand verzehrte oft die kleine Hütte Israels. Auf die Griechen folgten die Römer, das Wasser, die gleich einem mächtigen Strome Altes, was ihnen in den Weg trat, fortriffen, und deren Macht kein Volk widerstehen konnte. Auch Judäa fühlte deren eiserne Hand, von Pompejus bis auf den Tempelzerstörer Titus und Heraclius, den lezten römischen Beherrscher in Jerusalem! Aber auch der römische Koloß hatte nur thönerne Füße und er wurde von den schweren Tritten Muhameds und der Khalisen, dem Ochsen, niedergetreten. Die Römer wurden aus Asien verdrängt und Jerusalem wurde im Jahre 637 von dem Khalisen Omar Jbn Kataf erobert. Doch auch die Sarazenen konnten dem mächtigen Andringen der Kreuzzüge, dem Schlächter, nicht widerstehen. Gottfried von Bouillon eroberte im Jahre 1099 Jerusalem und stiftete daselbst eine neue Dynastie und ein kleines Königreich. Kürzer noch dauerte das christliche Reich in Palästina, da die Türken, der Würgengel, demselben für immer, im Jahre 1187, ein Ende machten, die Europäer aus Asten verdrängten und später in Konstantinopel ihre Residenz aufschlugen. Das Ende der Türkenherrschaft in Konstantinopel und Jerusalem ist — ein Geheimniß der Vorsehung, ״die hochwachsen läßt Nationen, und vernichtet sie, breitet aus Völker, und führt sie weg!" (Job. 12. 23). So folgte ein Weltenreich dem andern, und der Richter der ganzen Erde bediente sich des Nachfolgers, als Zuchtstockes und Strafruthe seines Vorgängers wegen der Gewaltthaten und Ungerechtigkeiten,, die an dem Unterdrückten, an Israel, übten. Ein Volk mußte der Rächer des andern sein, und keines hat noch je seit dessen Anszuge aus Egypten ungestraft seine Hand gegen Israel erhoben! Assyrier und Babylonier, Perser und Meder, Griechen und Römer, Saracenen und Franken und Türken tummelten fich in dem gelobten Lande, aber keiner konnte sich auf die Dauer dessen bemächtigen und bemeistern. Wenn einst der Heilige, gelobt sei er, sein Reich, das Reich der Gerechtigkeit und der Liebe, in dem heiligen Lande aufrichten wird, ״dann werden die Kinder in das verheißene Gebiet zurückkehren" und die Nationen der Erde werden rufen: ״Wohlan, lasset uns hinaufgehen zum Berge des Ewigen, zum Hause des Gottes Jakob's, daß er uns lehre von seinen Wegen, und wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.