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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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— 65 — gebildete inländische Israeliten, die solche Stellen auf eine würdige Weise und zum Heile der Gemeinden vertreten Muten. So ereignete es sich z. B. vor einigen Jahren in Jassi, als die Regierung den Epitropen den Befehl zuschickte, jüdische Individuen von unmoralischer Aufführung über die Donau nach der Türkei zu zitiren oder unter die . Soldaten zu stecken, dieselben solche Individuen dazu geeignet fanden, die zufälligerweise am Sonnabende in einem Wagen fuhren, oder die ein Schnupftuch, in dem eruvlosen Jassi, am Sonnabend in der Tasche herumtrugen u. dergleichen. — Daß die jüdischen Sudits nichts mit der Epitropen-Gerichtsbarkeit gemein haben, versteht sich von selbst. Die pekuniären Verhältnisse der Juden in der Moldau sind so ziemlich befriedigend. Es giebt daselbst zwar keine hervorragende Reichthümer, aber auch keine krasse Armuth, wie z. B. im nahen Galizien. Wohlthätige Anstalten — außer etwa den jüdischen Spitälern in Jasst-Galatz — kenne ich in der Moldau unter den Juden keine. Die Gesammtzahl der jüdischen 'Population in der Moldau dürfte mehr als 55,000 Seelen sein. Unter den bedeutenden Städten der Moldau, die besonders ansehnliche Judengemeinden haben, zitiren wir nächst Jassi auch noch Botschan und Galatz, lezterer Ort bekanntlich als ein bedeutender Donauhafenplatz berühmt. Doch, seine merkantilische Wichtigkeit abgerechnet und bloß von ästhetischer Seite betrachtet, verliert derselbe in der Nähe sehr viel. Was Schmutz und Unregelmäßigkeit der Bauart betrifft, so ist Galatz ein Jasst in Miniatur, doch ist das Wesen der dortigen jüdischen Einwohner etwas kültivirter, wahrscheinlich in Folge ihres täglichen Umganges mit den gebildeten Ausländern, Christen und Israeliten, von welchen Leztern ich im vorigen Jahre ein interessantes und für die Bildung dieser Gemeinde vielversprechendes Häuflein gefunden habe. In Galatz haben vor wenigen Jahren an den griechisch - orthodoxen Ostertagen wildfanatische Horden die Juden überfallen und mißhandelt. Es kam zu Schlägereien, die Juden widersezte» sich, wehrten sich so viel sie konnten, und hätte die Regierung nicht zeitlich intervenirt, es würde zum Blutvergießen gekommen sein. (Fortsetzung folgt.) ßon-Cbanauja Mß. II. 5

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