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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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— 60 Jahren zu halten, da ja in seinen Volksbildern eine ähnliche Judengestalt in einem ähnlichen Costüm figurirt. Das hat man von der markirten Tracht! Doch der gesunde Menschenverstand siegte auch hier zum großen Theile über die Bornirtheit. Denn bei alldem findet man fast in allen Städtchen in der Molbau, ja in den Dörfern viele Juden. Außer Jassi sind's Botoschani, Gorza, Drogoi, Husch, Roman, Bakau, Verlad, Fokschani, Foltischeni und besonders Galatz, wo bedeutende jüdische Gemeinden sich vorfinden. Ihre Beschäftigung daselbst, so wie auch in der Hauptstadt Jassi, ist Handel, und zwar entweder Rohproduktenhandel oder der Besitz von öffentlichen Manufakturwaaren-Handlungen, deren nicht nur in Jassi, sondern auch in allen genannten Städtchen ganze Reihen dastehen. Es ist in der That oft sehr interessant zu sehen, wie in solchen. kleinen Stadtchen die jüdischen Ladenbesitzer vor ihren Läden neben den chrtstlichen in Reihe und Glied friedlich da sitzen. Aber auch Handwerker findet man viele unter den Juden, und eS ist eigenthümlich, daß nicht alle Handwerke von den Juden aus gleiche Weise vertreten find. Ja es ist merkwürdig, daß in den Fürstenthümern, wo ein Zusammenfluß so vieler Rationalitäten ist, die verschiedenen Handwerke von verschiedenen Nationalitäten mit besonderer Vorliebe gepflegt werden. So z. B. findet man in den beiden Donaufürstenthümern keine jüdischen Grob-Schmiede, keine Schlosser (dieses besorgen die Zigeuner; die bessern Wagenschmiede find Deutsche und Ungarn), keine Kürschner (diese sind Moldau-Walachen), keine Zimmerleute und Maurer (diese sind Serben), keine oder sehr selten Schuster (diese find Moldau-Walachen oder Deutsche), dagegen sind dort sehr viele jüdische Schneider, Tischler, Zimmermaler und fast ausschließlich Klempner und Glaser. Alle Dächer der Häuser und die Kuppeln der Kirchen in den Fürstenthümern sind von jüdischen Klempnern gedeckt, die dabei mit Beschwerlichkeilen und einer Waghalsigkeit ihr Werk verrichten, die oft in Erstaunen sezt. Man glaube daher ja nicht, was so manche Judensresser behaupten, ״die Juden wählen nur solche Handwerke, die wenig Mühe, Beschwerden und Gefahr, und viel Gewinn bringen". Auch die praktische Heilkunst wird in den Fürstenthümern

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