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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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— 59 — dorm Costüms an die Tagesordnung, und mit ihm alle lächerlichen Beschränktheiten und Vornrtheile nach Innen, so wie Haß und Antipathie nach Außen, wie solches gewöhnlich die markirte Partikulartracht einer Minorität inmitten einer anders gekleideten überwiegenden Majorität zu erzeugen pflegt. Nun gewann auch der Chaßtdiömus einen günstigen Boden, wo er üppig aufschießen konnte; doch (wol gemerkt!) nur in seiner äußern materiellen Erscheinung, aber bei weitem nicht in seiner geistigen (wenn auch obstrusen) Entfaltung, wie in Polen; denn dazu fehlte hier das geistige Prinzip, nämlich das thalmudische und kabbalistische Wissen. Diese partikuläre Richtung der dortigen Juden, corroborirt von Tag zu Tag durch neüe Zuschüsse aus Galizien und Rußland, die die moldauisch-jüdischen Urelemente überwucherten und endlich ganz absorbirten, einerseits; anderseits aber der nordische, nicht sehr judenfreundliche Hauch, der in den Regionen der Gesetzgebung und Verwaltung in der Moldau immer stärker zu wehen anfieng, verursachten eine offenbare politische, wie moralisch-soziale Verschlechternng der Zustände der Inden in der Moldau. Schon die Benennung des Juden in der moldauischen Spräche (״Jidani", Jude) im Gegensatz zu ihrer Benennung in der Walachet (״Evreul", Hebräer) läßt vermuthen, daß man ihnen im erstem Lande weniger wohl will. Und so ist's auch. Die gegenwärtige Stellung des moldauischen Bojaren zum dortigen Juden ist ungefähr dieselbe, wie die des polnischen Edelmannes dem polnischen Juden gegenüber, zumal wie ste früher zu sein Pflegte. Der Bojar handelt mit dem Juden viel, weil er es muß, weil der Jude das vermittelnde Glied zwischen Edelmann und Bauer bildet und überhaupt der Repräsentant des Handels ist (jener der Moldau freilich viel weniger als in Polen). Allein Ersterer dünkt sich zu sehr erhaben über Leztern, wie überhaupt über Alles, was Richt-Bojar ist, um ihn als Mensch zu achten. Er sucht ihn mitunter zu übervortheilen, was ihm aber gegenüber dem klügern Juden nicht gelingt, daher kann er ihn nicht lieben. Der Bauer hingegen ist zu sehr bornirt, um nicht ein qui pro quo zu begehen, und den vor ihm dastehenden, in der eigenthümlich markirten Tracht gekleideten Juden meist für denselben Juden von vor 1800

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