Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
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— 56 — der fraglichen Normen gebannt werden könne. Mit den neueren gottesdienstlichen Bestrebungen der zivtlisirten jüdischen Gemeinden in Europa und Amerika begegnen sich die Ehaßidäer nicht nur in der Behandlung der Pijjutim, sondern auch in ihrer Forderung wahrer Herzensandacht (כונה) beim Gebete. Hierin tritt bei ihnen wirklich eine resormatortsche Tendenz hervor. Die biblische Lehre von der Nothwendigkeit der Andacht beim Gebete (Jesaj. 29, 13) wird im Allgemeinen auch in den thalmudischen Quellen festgehalten. Das Gebot der Thora: ״Gott zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele (5. B. M. 11,13)" begleitet ein alter Midrasch mit der Erläuterung: Welcher Gottesdienst geht vom Herzen aus? das Gebet (SisreEkeb41)! R. Eleazar b. Pedath, der fruchtbare Haggadist,. lehrte: Bete nur, wenn du im Stande bist, dein Herz zur Andacht zu stimmen (Berach. 30, b. 31, a. Tosifta das. 3). Und ob auch dem bloßen Lippengebete Konzesstonen gemacht wurden (das. 34, b. Vergl. 13, a und b), so fand man doch auch später die Zerstreutheit des Gemüthes mit der Stimmung unverträglich, welche zum Gebete erforderlich ist (Erub. 65, a). Gedankenlosigkeit verträgt sich auch nicht mit einem Gebete, dessen Bitten, wie die der alten Thefilla, mit den Worten beginnen: ״Du begnadigst den Menschen mit Erkenntniß und lehrst ihn Vernunft; begnadige uns mit Erkenntniß, Vernunft und Einsicht!" — Nichtsdestoweniger machte sich schon frühe die Neigung zu geistlosem Beten bemerkbar, so daß R. Simon b. Nethanel schon im ersten Jahrhunderte vor demselben warnen zu müssen glaubte (Ab. 2, 13. Vergl. Ber. 4, 4), und R. Jochanan b. Nafcha im 3. Jahrhundert ein andachtvolles Gebet zu den verdienstlichsten Werken zählte (Sabb. 127, a). Die Richtung der Aufmerksamkeit ans den Inhalt des Gebetes heißt: עיון; die Richtung der Fantasie ans schlüpfrige Bilder und Anschauungen עיון ה£לה (R. Ha-Haschana 16, b). Diese einfache Unterscheidung wurde schon frühe verkannt (Berach. 55,' a), was zu vielen überflüssigen Erörterungen Veranlassung gab. In der nachthalmudischen Zeit entwickelte sich die Lehre von der zum Gebete erforderlichen Andacht auf folgende Weise: In ihren religions-phtlosophischen Werken bezeichnen Saadias Gaon,