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Ben Chananja · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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— 50 in dem Umstande, daß dieselbe nur gegen die Personen gerichtet war, die Prinzipien, Aeußerungen und Ansprüche des Chaßidäerthumes aber unangefochten lassen mußte, um nicht mit ihren eigenen Grundsätzen in unversöhnlichen Widerspruch zu gerathen. Der Mangel wissenschaftlicher, geschichtlicher und archäologischer Studien rächte sich hier auf die empfindlichste Weise. Die Bannstralen, welche die Berliner Schule trafen, zündeten an manchen Orten; das hell auflodernde Feuer des Fanatismus war aber ein günstiges Vorzeichen für die Erfolge der rührigen chaßidäischen Propaganda. Der Stifter der Chaßidäersekte, R. Israel ben Eliezer Baal-Schem, trat zu Miedzyborz in Podolien mit der Prätension auf, daß er höherer, himmlischer Offenbarungen theilhaftig würde. Dieser Prätension wurde um so bereitwilliger Glauben geschenkt, als dieselbe durchaus nichts Unerhörtes enthielt. Denn von mehr denn einem Heros des Thalmuds und der Kabbala war die Sage im Umlaufe, daß derselbe mit einem Geiste (מגיר — Verkünder) in Rapport stünde, oder von dem Profeten Elias Belehrungen erhielte (גלוי אליהו)• Mehr als ein Adept des nationalen und religiösen Schriftthumes strebte, gleich Swedenborg im vorigen und Justinus Kerner und Anderen in unserem Jahr- Hunderte, sogar absichtlich, zum Umgänge mit -den himmlischen Geistern zu gelangen. Vermittelst der Geheimlehre in höheren Regionen schwebend, dachte er: ״Mit Eifer Hab' ich mich der Studien beflissen; Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich Alles wissen". Die Rabbinen mußten diese Geisterseherei gewähren lassen. Denn nicht nur.im 17. Jahrhundert, als das Reich der Kabbala sich schon befestigt hatte, ward R. Löwe b. Bezalel in Prag von seinen Nachkommen als ein wunderbar Erleuchteter gepriesen; auch in früheren Zeiten wurde manchen hervorragenden Autoritäten gleicher Ruhm zu Theil. Dem R. Joses b. Efraim Karo (1488—1575), in dessen kompilatorischen Werken ein origineller Gedanke zu den Seltenheiten gehört, gab die Sage einen Engel zum Lehrer. R. Jakob aus Marvsge, einem kleinen Dorfe in Languedoc, erhielt über halachische Fragen höhere Offenbarungen

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