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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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— 30 Makü, Dezember 1858. An Herrn L. H. Sie haben in dieser Monatschrist poste restante einen Brief niedergelegt. Da der Inhalt vollkommen unseren Zuständen entsprach, so machte ich mein Recht auf das Schreiben geltend. Ich und Sie, geehrter Freund! die wir beide von jeher zu den aufrichtigsten Verehrern unseres Rabbiners Ulmann gehörten, werden es schwer zu verantworten haben, daß wir nicht Alles anwandten, um den frommen Rabbi von seinem Veto gegen den Chorgesang abzubringen. Hat ja doch die Gemeinde niemals von ihm verlangt, dem heiligen Gesetze Abbruch zu thun! — Wenn Jemand behauptet, er könne, nachdem er vieljährig den Gottesdienst ans die eine Weise verrichtet, sich zu keiner neuen Form entschließen, wenn diese gleich angemessener, entsprechender und würdiger ist, so kann ich das sehr wol begreifen. Unser ehrenw. Rabbi aber brach den Stab über jeden Chor-Tempel und über Tausende von frommen Israeliten, die darin Erbauung und Erhebung und Trost suchen und finden: daran hätten wir, seine Freunde, ihn hindern sollen. Unterm 28. Oktober l. I., Z. 12,395, entschied die h. Gr.-Wardeiner Statthalterei-Abtheilung, daß die Errichtung eines Chores von behördlicher Seite keinem Anstande unterliege. Die k. k. Komit.-Behörde hat unterm 7. November l. I., Z. 8,947, den Bezirks-Rabbiner S. Ultman als unfähig zur fernem Bekleidung des Seelsorgeramtes erklärt, und bestimmt, daß er mit einem, von der hiesigen Gemeinde beantragten Ruhegehalte von 630 fl. — und nach dessen Ableben von 315 fl. für die Witwe des Amtes zu entheben sei. Bei dieser Gelegenheit hat sich der hiesige Kultusgemeindevorstand sehr edelmüthig gegen den ehemaligen Rabbi benommen. Man versprach ihm die Belaffung aller bisherigen Naturalbezüge; man trug ihm die Substituirung seines Sohnes an; er schlug Alles aus und reiste nach Wien; dort soll ihm ein bekannter Wechsler sagen, ob Alles hienieden dem Wechsel unterworfen sei. Mein lieber L. H.! In allen Fällen, wo wir bisher bedauerliche Konflikte in den Gemeinden zu beklagen hatten, war der wahrhaft fromme Sinn des Rabbi und seine Neigung zum Frieden segenbringend. Leider wird die Unwiffeuheit der Glieder mancher Gemeinde von Rabbinen benuzt zu despotischer Handhabung überkommener Gebräuche. In Preßburg sind mehrere der einsichtsvoltern Bachurim zusammengetreten, um sich zum Rabbineramte vorzubereiten. An Samstagen sollten Vorträge und Redeübnngen gehalten werden. Da erhoben sich auf dem Schloßberge Eulengeflatter und Weherufe, als wenn die wackern jungen Leute Hammer und Meißel erhoben hätten, um das göttliche Gebäude der Religion zu zerstören. Zum Schlüsse etwas Erfreuliches. Nachdem unsere 4-klasstge Schule laut h. Erlaß vom 10. April 1857, Z. 3,973, zur Hauptschule erhoben wurde, ist dem wackern Lehrer Steinhardt laut hohen Erlasses vom 31. Juli l. I.,

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