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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 28

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Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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— 28 Lorrespondenz. Srrefe ans Jerusalem*). n. (^iti beliebter jüd. Schriftsteller giebt sich in seinem vielgelesenen Buche alle mögliche Mühe, die deutsche Gemeinde in Jerusalem herabzusetzen. Wir lassen die Angriffe auf sich beruhen, indem wir zu Gott hoffen, daß die Freunde Jerusalems der ehrenhaft aufstrebenden hiesigen deutschen Gemeinde nach wie vor ihr Wohlwollen und ihre Wohlthätigkeit zuwenden werden. Eine Bemerkung nur möge mir gestattet sein. Der Grund der Feindseligkeit jenes Schriftstelters gegen unsere Gemeinde liegt bekanntlich in dem Widerstande, welchen die durch ihn gegründete Anstalt in unserer Mitte fand. Wer ist aber für diesen Widerstand verantwortlich? — Hören und urtheilen Sie selbst. In der Session, in welcher unser poetischer Bruder aus Europa von seiner Sendung und seiner Aufgabe sprach, stellte er die Gründung einer Kinderbewahranstalt und einer modernen europäischen Schule in Aussicht, was allerdings bei Vielen Mißfallen erregen, und eine Opposition Hervorrufen mußte. Wer konnte ahnen, daß sich der Hr. Doktor einer so bedeutenden licentia poetica bedienen werde! Denn was ist die neugegründete Anstalt in der Wirklichkeit? — Eine ganz gewöhnliche, noch dazu ziemlich schwache Thalmud-Thora-Schule, in welcher Knaben von 11—12 Jahren etwas und etwas Lesen, Schreiben und Rechneu lernen. Hätte das Programm von einer solchen Anstalt gesprochen, so würde sich kein Einziger widersezt haben. Die Thalmud-Thora-Anstalt, wie sie jezt beschaffen ist, erregt kein Aegerniß. Die Aschkenafim sind damit eben so zufrieden, wie die Sefardim. Warum wurde aber nicht sogleich eine derartige Schule angekündigt? Warum gingen Wort und Werk so weit auseinander? Warum blieben die Verhältnisse, denen in der Praris die schuldige Rechnung getragen wird, in der Theorie unberücksichtiget? — Uebrigens beläuft sich der Kostenaufwand der Anstalt jährlich auf 20,000 Piaster (2000 ff. B. V.). Mit dieser Summe könnte hier eine Anstalt erhalten werden, wo auch die höhere jüd. Wissenschaft, 0ש״, die gehörige Pflege erhielte. Doch genug davon. Die Zukunft wird unter dem Beistände Gottes lehren, daß die hiesige deutsche Gemeinde der Theilnahme ihrer Brüder Nah und Fern würdig sei. Sir Moses Montesiore hat dies längst anerkannt. Während nämlich zur Zeit seiner Anwesenheit in Jerusalem sich so Viele an ihn drängten, um ein Almosen zu erhalten, zogen sich die Mitglieder der deutschen Gemeinde bescheiden zurück. Sir Moses rühmte selbst die Bescheidenheit und Ehrenhaftigkeit unserer Gemeinde, und ließ vor seiner Abreise eine beträchtliche Summe für dieselbe zurück. I S. 1. Jahrg. S. 378.

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