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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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— 22 — Seantwortung -er Äeßthelyer Fragen*). 11. Von Leo Zeitletes, Prof, an der isr. Realschule zu Arad. Der Angelpunkt, unl den sich die überschriftlich genannten Fragen drehen, ist der Religionsunterricht in seinem weitesten Umfange. Ich frage also zuvörderst: was ist Religion? Ohne auf etymologische Erhebungen einzugehen, antworte ich: Religion ist das Durchdrungensein von Gott, das Aufgehen in Gott. Die Liebe zu Gott ist die Mutter der Religion. Der Weg zu dieser Liebe ist das Innewerden der Vollkommenheit Gottes, seines liebevollen Wirkens als Allvater, seiner erbarmungsvotlen Fürsorge für Israel. Alles dies kann aber nicht durch systematisch formulirte Lehrsätze, sondern nur durch eine anschauliche plastische Darstellung in voller Klarheit und Kraft vor die Seele geführt und in die Herzen geleitet werden. Und eine solche plastische Darstellung bietet in unübertrefflicher Weise das Gottesbuch, die heilige Schrift Israels! Sie ist unser einziges Religionsbuch; sie selbst ist's, nicht dürftige Auszüge, die aus ihr gemacht werden. Zirndorf hat daher Recht, wenn er sich gegen den Gebrauch des חולדות ישראל und ähnlicher Surrogate ausspricht. Denn nur aus der Sprache der Thora, aus ihren eigenthümlichen Redensarten und Wendungen weht uns jener heilige Geist an, der das Herz erwärmt und die Gesinnung veredelt. Nur durch die Vertrautheit mit dem heil. Terte werden wir heimisch auf dem Boden unserer religiösen Erkenntniß; und gelangen ' wir zum Verständnisse dessen, was uns die Thora in's Herz graben will. ־! ודברת בם Hier ist dem gewissenhaften Lehrer die beste Gelegenheit geboten, der ihm anvertrauten Jugend Altes einzuschärfen, was den Menschen zum Menschen, den Israeliten zum Israeliten macht. Hier findet der gewandte Lehrer eine reiche Auswahl von Anknüpfungspunkten, die Geisteskräfte der Kinder zu üben, und deren Herz für alles Wahre. Schöne und Gute empfänglich zn machen. Schenkt er nun auch der Reinheit der Aussprache die erforderliche Sorgfalt, so leistet er der Begriffs- und Sprachentwickelung einen so bedeutenden Vorschub, daß durch die Bibelübersetzung selbst den anderen Unterrichtsgegenständen ein reicher Gewinn erwächst. An Hauptschulen bedürfen wir daher keines andern Religionsbuches als der Bibel in der Ursprache, und es ist keine Leere pietistische Phrase, daß die Sprache מסוגל ist. Darum soll mindestens der Pentateuch in der Ursprache gelehrt, nnd die Geschichte Israels bis zur Zerstörung des 2. Tempels blos mündlich erzählt und nacherzählt, zuweilen auch zum Gegenstände schriftlichen Gedankenauödrucks gemacht werden. Diejenigen Stellen der Thora, deren Inhalt dem kindlichen Alter unbekannt bleiben sott, sind natürlich zu überschlagen. Dies zur Beantwortung der 4. Frage **). *) S. 1. Iahrg. S. 420. 473. 020. **) S. 1. Iahrg. S. 381.

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