Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 21 — und ה oder ף und ר mit einander verwechseln. Die solches Lhun, zerstören die Welt!" Diesen hyperbolischen Ausdruck hat Aron dem Thalmud (Erub. 13, a. Sota 20, a) entlehnt. 9. Als zur karaitischen Theorie vom Gebete gehörend, sind hier sogleich die sieben Gründe zu erwähnen, mit welchen die Gebetpflicht motivirt wird. Die Gründe sind: a) Durch das Gebet erkennt der Mensch die Erhabenheit seines Schöpfers und seine eigene Winzigkeit. Solchergestalt wird er demüthig, und ein demüthiges Herz ist der Sitz der Schechina. b) Durch fleißiges Gebet prägen sich die Religionswahrheiten tief in's Herz. 6) Das Gebet vermittelt die Vergebung der Sünden, von denen ja kein Sterblicher frei ist. Wer das Gebet vernachlässiget, bleibt in dem Netze der Sünden verstrickt. Trifft ihn nun ein plötzlicher Tod, so geht er unversöhnt von dannen. ä) Das Wohl und Wehe des Menschen liegt in Gottes Hand. Den Wunsch, daß ihm Gott jenes verleihe, und dieses fern von ihm halte, trägt der Betende in seinem Gebete vor. Auch ist aus vielen Stellen in der Schrift erwiesen, daß das Gebet vor allem Nebel Schutz gewähre. 6) Den größten Theil der Zeit leben die Menschen ihrem Leibe und ihren leiblichen Bedürfnissen. Nun ist aber der Mensch geschaffen, seine Seele immer mehr zu vervollkommnen. Zur Erreichung dieses Zweckes soll das Gebet beitragen. f) Das Gebet ist in der Thora angeordnet: 5. B. M. 10, 20. g) Wer das Gebet vernachlässiget, ist des Todes schuldig: 2 Chron. 15, 13. (I, 421). Die Auffassung der leztern Stelle gereicht der karaitischen Cregese eben nicht zur Ehre. Der Zusammenhang zeigt hinlänglich, daß daselbst nicht von einer Vernachlässigung des Gebetes, sondern von gänzlichem Abfälle von Gott die Rede ist. Auf diesen ist die Todesstrafe gesezt. 10. Beim Eintritte in die Synagoge sprechen die Karaiten ein längeres Gebet, als die Rabbaniten. Dasselbe wird mit folgendem Gedichtchen eingeleitet, welches ich wegen des Metrums und Akrostichons dem Salomo Ibn Gebirol zuschreiben möchte: שעריך בדפקי יה פתחה ואם אעטוף כשואל יד שלחה לך תבוא תפלתי בשועי מקום כבש ועשרון למנחה מאור עיני רצה ושמור לבבי נטה אזן וגס עין פקחה הרימותי לך עיני ולבי ואם אשגה לפניך סלחה *). (Fortsetzung folgt.) *) Was in der Nebersetzung ungefähr also lautet: Ich poch' an deine Pforten, Herr, gieb daß mein Werk gedeihe; Laß vor dich kommen mein Gebet, das ich als Opfer weihe. Ich zage nicht, ich harre dein: ein gnädig Ohr mir leihe׳; Zu dir erheb' ich Blick und Herz: Hab' ich gefehlt, verzeihe! Ked.