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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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—r 11 — Bei der Betrachtung der Verhältnisse der Inden tn den beiden Donanfürstenthümern müssen wir vor Allem die moldauischen von den walachischen Juden, und unter den leztern diejenigen vom polnisch-deutschen von denen vom spanisch-portugiesischen RitnS, wol unterscheiden. Betrachten wir zuerst die jüdischen Verhältnisse׳ in der Moldau: Die Juden in der Moldau sind zahlreich. Die Hauptstadt Jassi könnte man wol süglich eine jüdische Stadt nennen; denn das Auffallende des polnisch-jüdischen Kostüms, und zwar in seiner antiken Vollendung, wie man's jezt selbst in den großen Städten in Polen und Rußland kaum noch zu sehen bekommt, zeigt sich im Uebermaß in allen Straßen, Ecken und Winkeln dieser unästhetischen Stadt. Der tägliche Zufluß aus Galizien und besonders aus dem nahen Rußland vergrößert zusehends das Kontingent der jüdischen Bevölkerung in Jassi. Dieses massenhafte Zuströmen neuer Ankömmlinge hat den ursprünglichen Charakter der moldanischen Inden, die hier schon früher unter der ehemaligen Türken- Herrschaft sich befanden, bedeutend modistzirt. Mau muß in Beziehung auf die Juden tn der Moldau (wie auch der Walachei) die Periode vor 1829 von der nach 1829, oder dem Frieden von Adrianopel, 14. Septbr., sorgfältig unterscheiden. Ich will mich näher erklären. Bekanntermaßen stehen die beiden Donaufürstenthümer seit etwa 3 Jahrhunderten unter türkischer Snzeränität, und obschon diese Länder von jeher legislativ - autonomische Rechte besessen haben, so war doch bis zum lezten russischen Kriege im Jahre 1829 der politische wie soziale Einfluß der Türkei in diesen Fürstenthümern sehr mächtig und tiefeingreisend. Alle Schichten der Gesellschaft verspürten mehr oder weniger die Nähe Constantinopels, somit auch die Juden. Daher hatten die moldaischen Juden, obschon ursprünglich aus polnischen Ländern dorthin eingewandert, dennoch ihre polnisch-jüdische Tracht und ihre frühem Gewohnheiten derart verändert, daß sich bei ihnen später ein eigenthümlicher spezifischer Charakter heransbildete. Der moldauische Jude trug lange orientalische, d. h. bunte (nicht wie in Polen schwarze)

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