Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 — gebrochen, ja, trotz ihrer theilweisen Opposition gegen den Rabbinismus und trotz der Anfeindungen, die sie erfuhr, hie und da sogar im Zunehmen begriffen ist. (Fortsetzung im nächste» Hefte.) Juden und Judentum in den beiden Donausiirstenthümern Moldau und Walachei. Ei« Beitrag zur orientalisch-jüdischen Geschichte von Prof. Alfred Cantarini. Die Juden in den beiden Donaufürstenthümern unterscheiden sich von denen, die in vielen andern europäischen Ländern leben, in geschichtlicher Beziehung sehr bedeutend; denn während die Juden in Polen, Deutschland, Frankreich, England und der Türkei seit mehren Jahrhunderten wohnen, sind die in den Fürstenthümern erst seit viel kürzerm Datum ansässig. Ohne genau die Spuren ihrer ersten Anstedlung daselbst zu verfolgen, kann man doch mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß vor etwa zwei- bis dreihundert Jahren noch keine jüdische Gemeinden in diesen Ländern eristirt haben. Darauf weiset das jugendliche Unentwickeltsein der hiesigen Gemeindezustände, der Mangel an alten Begräbniß- Plätzen, Synagogen und andern jüdischen Gemeinde-Etablissements (in der Walachei wenigstens tritt dieser Mangel auf eine auffallende Weise hervor) hin. Ferner der Mangel an einem ausgeprägten, traditionellen Gemeindegeiste, wie er sonst nirgends in alten Gemeinden zu fehlen Pflegt; endlich das Nichterwähntwerden der Juden in den alten moldau-walachischen geschichtlichen Urkunden und Gesetzsammlungen. Während also sonst die Juden in Europa mit den Völkern, unter welchen sie leben, einen großen Theil des Mittelalters mitgemacht haben, scheint dieses hier nicht der Fall gewesen zu sein; daher auch der Judenhaß in den beiden Donaufürstenthümern bedeutend weniger ausgeprägt ist, als anderswo.