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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 tmig der ״Wissenschaft des Innern" lftOLVN תבמת) oder der ״Herzenspflichten" eine bedauerliche Lücke in der jüdischen Literatnr zu sein schien. ״In der Erfüllung der Herzenöpflichten", sagt er, ״liegt das Fundament der Religiosität. Fehlt dieses Fundament, so ist an eine verdienstliche Uebung der äußeren Religionsgebräuche (מצות ממצות האיברים) gar nicht zu denken". Den Titel Chaßid führte unter den Spaniern noch R. Jona b. Abraham Gerondi im 13. und unter den Deutschen R. Jehuda b. Samuel in Regensburg im 12. Jahrhundert. Beide widmeten ihre schriftstellerische Thätigkeit vorzüglich der Abfassung religiös-moralischer Schriften ^). Während nun die ethische Bedeutung des Chaßidäerthumes nur in dem stillen Heiligthume edlerer Gemüther gehegt und gepflegt wurde, und die literärische seit dem 13. Jahrh. ganz in Vergessenheit gerieth, lebte die asketische nicht nur in den Schriften der Kasuisten fort, sondern auch im Munde des Volkes. Denn ob auch für die Bezeichnnng desselben Begriffes aus älterer, selbst thalmudischer Zeit noch andere Namen vorhanden waren *), so blieb doch ״Chaßid" besonders in der Volkssprache herrschend, und flößte den meisten Respekt ein. Die Träger des Chaßidtitcls hatten sich, wie in der vorhasmonäischen Zeit, zu keiner Partei organisirt, ja, sie standen nicht einmal in näherer Gemeinschaft zu einander. Das ethische Moment war aber ganz in den Hintergrund zurückgedrängt, und die das Herkommen überbietende Aengstlichkeit in asketischen Dingen galt allein für Chaßidäerthum. Die Kabbala begünstigte diese Richtung, und die Zahl der sporadischen Chaßidäer nahm zu, seitdem die kabbalistischen Ideen und Schriften durch die Lorianer auch praktischen Einfluß gewonnen hatten. Aber erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts konsolidirten sich dieselben zu einer Sekte, deren Macht in manchen Gegenden Polens, Galiziens und Ungarns selbst in diesem Augenblicke noch nicht 3) Ob R. Jehuda's Vater, R. Samuel b. Kalonymos, seineil Titel ha- Chaßid als Sittenlehrer erhielt, steht dahin. מהדרי', זריזין . בעל נסש / מדקרקי׳ במצות (י׳ «. A.

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