Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 — den Zorn lehrt, einen unauflöslichen Widerspruch, weil sie weder die eigentliche Quelle Maimüni's kannten, noch den philosophischen und religiösen Standpunkt zu trennen verstanden. In Wahrheit ist hier nicht der geringste Widerspruch, da Maimonides die Zulässigfeit des Zornes ausdrücklich als philosophische Doktrin bezeichnet (1, 4), wie denn auch Aristoteles diesen Affekt nicht unbedingt verdammt, ja sogar das geduldige Ertragen jeder zugefügten Beleidigung für die Aeußerung einer knechtischen Gemüthsart erklärt (Ethic. ad Nicom. 4, 11). Suchten ja in Babylonien selbst jüdische Gesetzeslehrer ersten Ranges den Jähzorn zu rechtfertigen oder doch zu beschönigen (Taan. 4, a. Sota 3, b)! Aber Maimonideö läßt die babylonische Rechtfertigung und Beschönigung auf sich beruhen, und hält sich an die palästinensischen Autoritäten. Er schließt daher seine Ermahnung zur Sanfmuth und Geduld mit den Worten: ״Die Frommen vergelten keine Beleidigung und erwidern keine Schmähung. Sie üben Gottes Gebot aus Liebe und freuen sich selbst ihrer Leiden. Von ihnen heißt es Nicht. 5, 31: Gottes Freunde gleichen der ausgehenden Sonne (2, 3)!" Zuweilen läßt er indeß seine eigene Distinktion unberücksichtigt, indem er mit הכמה nicht die Philosophie, sondern die Weisheit Überhaupt bezeichnet. So lehrt er: ״Den kenaanitischen Sklaven darf man von Rechtswegen mit Strenge behandeln. Aber die Frömmigkeit und Weisheit (כורת חסידות ודרכי הכמה) bringen es mit sich, daß der Mensch barmherzig fei, der Billigkeit folge, dem Sklaven kein schweres Joch auflege, und denselben nicht lieblos behandle, sondern ihn an den Speisen und Getränken betheilige, die er selbst genießt, wie solches die alten Weisen thaten, welche die Sklaven und selbst das Vieh mit Nahrung versahen, bevor sie sich zu Tische sezten. Sagt ja die Schrift: ״stehe, wie die Augen der Knechte auf ihres Herrn Hand, wie die Augen der Magd auf ihrer Gebieterin Hand, so schauen unsere Augen auf den Ewigen unfern Gott, bis er uns begnadiget (Ps. 123, 2)". Daher soll man den Sklaven weder thätlich noch durch Worte beleidigen. Der Knechtschaft hat ihn die Schrift überliefert, aber nicht der Beschämnng. Man fahre ihn nicht zornig an, sondern rede zu ihm mit Gelassenheit, und beachte seine Entschuldigungen. So rühmte sich