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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 — wie denn überhaupt ein mildes, billiges, nicht bis zu der äußersten Grenze des Rechtes vordringendes Tbun und Lassen (לפנים משורת הדין) Jedem zur Pflicht gemacht und an'ö Herz gelegt, ja, das hartnäckige Pochen auf sein Recht für so verderblich gehalten wird, daß manche darin eine der Ursachen des Untergangs Jerusalems erblicken (B. Mez. 30, b). Zu den unerläßlichen Eigenschaften des Chaßids gehörte auch die Sanftmuth, eine Tugend, welche unter den Gesetzeslehrern im heiligen Lande viel einheimischer war, als unter denen in Babylonien. ״Die palästinensischen Gelehrten gleichen dem Stabe, den der Profet Zacharias (11, 7) die ״Milde", die babylonischen dem, welchen er die ״Strenge" genannt hat. Die halachischen Erörterungen der Ersteren fließen sanft dahin wie das Oel; Leztere werden in ihren Diskussionen bitter gegen einander ״wie die Oliven (Sanh. 24, a)״. Die Heftigkeit der Babylonier war zum Theil eine Frucht der pilpulistischen Methode, für welche sie eine unwiderstehliche Vorliebe hatten (Sabb. 145, b. Pes. 34, b. B. Mez. 85, a). Auf den mittelalterlichen Hochschulen kam es bekanntlich von dialektischen Disputationen zu Thätlichkeiten. Gleiches geschah auf den Jeschiboth, da die babylonische Methode auf denselben allein herrschend war und immer mehr ansgebildet wurde. Die verschiedene Gemüthsbeschaffenheit der Palästinenser und Babylonier gab Veranlassung zu dem bisher mißverstandenen Sprüch- Worte: ״Sieh' den Unterschied zwischen den Jähzornigen (תקיפי Onkel. 1. B. M. 4, 6 und Sota 3, b) Palästinas und den Sanftmütigen Babylons (Megil. 28, b)!" d. i. ein sanftmütiger Babylonier ist noch immer heftiger, als ein zürnender Palästinenser. Es werden aber den Chaßidäern auch ganz eigeuthümliche Skrupel nacherzählt. Der Eine ließ einen Brief niemals in der Hand eines Nichtisraeliten, um einer Expedition am Sabbate vorzubengen (j. Sabb. 1, 8, b. 19, a). Ein Anderer unterließ die Reparatur eines Zaunes, weil er den Entschluß, dieselbe vorzunehmen, an einem Sabbate gefaßt hatte (Das. 150, b). Ein Dritter wollte ein in seinem Hose ausgebroehenes Feuer am Sabbate nicht löschen lassen (jer. das. 16, 7), anderer Ertravaganzen (Nidda 38, a) nicht zu gedenken!

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