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Ben Chananja · 1859-01-01 · 1 (1859) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
1 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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ein närrischer Chaßid? wer ein ertrinkendes Kind aus dem Wasser zu ziehen versäumt, weil er zuvörderst die Phylakterieu ablegen will (jer. z. St.), oder wer die Rettung einer in Gefahr schwebenden Frau unterläßt, um dem Anblicke einer Weibesperson auszuweichen (Bab. 21, b). Für einen närrischen Chaßid wird auch derjenige erklärt, der sein ganzes Vermögen wohlthätigen Zwecken widmet, und dadurch selbst zum Bettler wird 1)- Nach dem Untergange des Chaßidäervereins wurde der Name Chaßid wieder, was er ursprünglich war: der Ehrentitel der Re- Präsentanten hervorragender Frömmigkeit. Die Merkmale des Chaßids blieben sich nunmehr nicht gleich. Die Ansprüche an denselben wurden in einer wohlgesitteten Umgebung gesteigert, während man dort, wo eben kein sittlicher und religiöser Rtgorism herrschte, mit dem Chaßidtitel viel freigebiger war. ״Wer ein Chaßid sein will, beobachte die Rechtögesetze: er lasse jedem, was ihm gehört, und gebe jedem, was ihm gebührt (B. Kama 30, a)״. Also lehrte R. Jehuda b. Jechefkel in Pumbaditha, einer Eufratstadt, derat Einwohner in Beziehung auf das Mein und Dein eben nicht im besten Rufe standen (Kethub. 82, a. B. Bathr. 46, a. Chul. 127, a). Dagegen glaubte Naba b. Josef an seine arbeitsamen, gewerbfleißigen Machusaner (B. Mez. 77, a. Kethub. 105, b. Succa 20, b) bei all ihrer Ueppigkeit (Sabb. 32, b. R. Hasch. 16, a) höhere Anforderungen stellen zu dürfen. ״Wer des Namens Chaßid würdig werden will", lehrte er, ״mache sich die Tugenden eigen, deren Uebung in den Vätersprüchen (פרקי אבות) empfohlen wird". Im Allgemeinen galten unverrückte Rechtschaffenheit und liehevolle Billigkeit im Handel und Verkehr als stehende Züge im Charakter eines Chaßids. Namentlich wird von R. Chaöda die Geneigtheit, sich seines Rechtes zu begeben, und seine Ansprüche an Andere ans Wohlwollen und Nachsicht zu mildern, als chaßidäische Handlungsweise (כזרת חסידות) bezeichnet (B. Mez. 52, b. Sabb. 120, a), ') Maini, Arcich. 8, 13. Die Quelle giebt Karo nicht näher a». M. hatte ohne Zweifel die jer. Gem. im Sinne, wiewol das. von 'מכת פרושי die Rede ist. 1*

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