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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 556

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 556 (sequence 24)
Language
German
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— 556 — Brüder alle lagen zu seinen Füßen, weinten und erboten sich für Benjamin zu sterben. 9. Von Mitleid bewältigt, konnte der aufgebracht scheinende Josef sich nicht länger verstellen. Er befahl seiner Umgebung abzutreten. Nachdem er allein war, gab er stch den Brüdern zu erkennen. Ich lobe, sagte er, euere Pietät und Liebe zu unserem Bruder. Ihr seid edler geworden, als mich euer ehemaliges Benehmen gegen mich erwarten ließ. Mein bisheriges Verfahren war nur ein Versuch, um zu erforschen, wie es um euere Bruderliebe stehe. Ihr habt die Probe bestanden! Ich klage nicht. Gott hat es so gewollt, damit ihr des gegenwärtigen Glückes genießet, und für die Zukunft wird er auch gnädig uns bleiben. Nachdem ich unfern Vater, wie ich kaum zu erwarten wagte, wohlerhalten weiß, und euere liebevolle Hingebung für Benjamin sehe, so ziehe ich gerne einen Schleier über die vormaligen Beleidigungen. Kein Haß dränge sich deshalb zwischen uns. Ich danke euch vielmehr, weil ich euch als die Werkzeuge betrachte, deren Gott sich bediente, um mittelst böser Absichten großes Heil herbeizuführen. Ich will alles vergessen, vergesset auch ihr, machet euch keine Vorwürfe mehr, sondern freuet euch, daß Gott das böse Unternehmen zum Guten geleitet hat; und wozu euer Gram? da alles zu unserem Glücke sich entschieden. Beeilet euch vielmehr, die Begebenheiten dem Vater zu hinterbringen, damit die Sorge um euch ihn nicht aufreibe, und ich des maßlosen Glückes nicht verlustig werde, ihn, bevor er stirbt, noch einmal zu sehen, und von meinen Glücksgütern ihm mitzutheilen. Bringet ihn her und wandert ans mit euern Gattinnen, Kindern und all eueren Verwandten. Es ziemet sich nicht, daß meine Thenersten von meinem Wohlstände noch länger ferne bleiben; überdies wird ja die Hungersnoth noch fünf Jahre dauern. Nachdem er geendigt hatte, umarmte er seine weinenden und noch trauernden Brüder, ungeachtet der edelmüthige Josef alle Beleidigungen längst vergessen zu haben schien. Alsdann ging man zum Gastmal. Als der König erfahren hatte, daß Josefs Brüder da seien, freuete er sich so sehr, als hätte sich was Gutes für ihn selbst

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