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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 555

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 555 (sequence 23)
Language
German
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— 555 — wird ihn tödten; und kaum, daß der Ruf Unseres schmählichen Todes ihn erreicht, wird er dem -Wahnsinn erliegen. Obwol unser Verbrechen deinen gerechten Zorn erregt, so vergieb doch aus Gnade gegen den Vater; schone dessen hohes Alter, das ihm unerträglich würde, sollte er unserer beraubt werden. Dein Mitleid mit ihm überwiege unser Vergehen. Du ehrest dadurch den Vaternamen, den Namen deines Vaters und den deinen, den du selbst schon zu tragen dich erfreuest. So ehrest du auch den Namen Gottes unseres Allvaters, der dich erhalten und beschützen wird, wenn du dich unseres greisen Vaters erbarmest, der ohne uns nicht leben kann. Es steht nun in deiner Gewalt, das Leben uns zu nehmen oder zu lassen; lässest du es uns, so ahmst du der Güte Gottes nach, der das Leben und geschenkt hat. Schön ist es ja, wenn wir mit beiden Gewalten, zu strafen und zu verzeihen, ausgerüstet, unsere Macht nur zum Heile der Menschheit verwenden. Je mehr Menschenleben retten, desto rühmlicher! Du rettest uns alle, wenn du unserem Bruder vergiebst. Welchen Werth hatte auch das Leben für uns, wenn er sterben müßte, wir können ja ohne ihn zum Vater nicht zurück. Was ihm geschieht, soll auch über uns, als hätten wir Theil an seinem Verbrechen, verhängt werden. Es ist besser, du verurtheilest auch uns sammt ihm, als daß wir nach seinem Tode vor Trauer Hand an uns legen sollten. Dürfte seine zarte Jugend und sein noch nicht gereifter Verstand nicht ebenfalls für ihn sprechen? Indem ich unser Geschick in deine Hände lege, schließe ich meine Rede. Verdammst du uns, so trägt die Ohnmacht meines Wortes die Schuld. Begnädigst du uns, so haben wir eS deiner großen Seele zu verdanken und deinem durchdringenden Geiste, welcher leichter die Gründe für unsere Unschuld herauszufinden wußte, als wir selbst unsere Verthetdigung zu führen vermochten. Solltest du dennoch den Knaben strafen wollen, so nimm mich statt seiner hin, und laß ihn zum Vater ziehn. Willst du zum Sklaven ihn machen, so steh auf mich, ob ich nicht geeigneter für deine Dienste bin? Ich bin bereit dazu". So war Juda entschlossen, Leib und Lebe» für den Bruder hinzugeben. Endlich kniete er vor Joses nieder; er glaubte auch dadurch ihn zu rühren und zu versöhnen. Die

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